Montag, 28. September 2009

Marvels nach Condor-Art (Teil 1)

Thor # 171-172

"Man kann einen Kirby nicht ruinieren!", sagte Comic-Zeichnerin und Koloristin Marie Severin in einem TV-Interview und meinte damit, egal, wie und welche Farben man nimmt, die Zeichnungen von Jack Kirby sehen immer gut aus. Ein deutscher Verlag jedoch, schaffte es, die Marvels nicht gerade lese- oder fanfreundlich herauszubringen. Denn 1985 erschien mit Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 24 ein Titelbild von Altmeister Jack Kirby, welches mit dem Inhalt (Thor # 346-347 von Walt Simonson) so gar nicht harmonieren wollte.


Doch siehe da, der Condor Verlag hatte das dazugehörende Material bereits fünf Jahre zuvor als Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 3 veröffentlicht. Das verwendete Cover bestand aus einer Collage mit der Thor-Figur von Thor # 193 und einer Galactus-Zeichnung von Jack Kirby auf der zweiten Ebene. Dazu gab es einen Hintergrund in farbenprächtigem 80er Jahre-Pink...

Thor # 193 erschien leider nie auf deutsch. Die 34seitige Story von Autor Gerry Conway und Zeichner John Buscema hätte den edlen Thor und den Silver Surfer im Kampf gegen Durok den Zerstörer gezeigt. Das Originalheft erschien mit doppeltem Umfang zum 10. Geburtstag von Fantastic Four # 1, bekanntlich dem Anfang des "Marvel Age Of Comics".


Aber zurück zu Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 3. Der Condor Verlag wählte mit Thor # 171 und 172 zwei Geschichten mit in sich abgeschlossener Handlung. Vermutlich konnte nur so überhaupt eine Veröffentlichung stattfinden. "Der Zorn des Zerstörers!" (The Wrath Of The Wrecker!) zeigt Thors alter Ego Dr. Don Blake bei einer schwierigen Operation, die er unterbrechen muss, um als Thor den Wrecker (den Zerstörer) unschädlich zu machen. Obwohl beides gelingt, bleibt der Donnergott ein melancholisch wirkender Grübler. In der darauffolgenden Geschichte "Der Unsterbliche und der Gedankensklave!" (The Immortal And The Mind-Slave!) gerät Thor in eine Falle, als er Jane Foster aus den Fängen des Bösewichts Kronin Krask retten will.


Positiv ist auf alle Fälle anzumerken, das Condor klassisches Material aus der Feder von Altmeister Jack Kirby herausgebracht hat. Negativ fallen dafür die entstandenen Lücken und die Veröffentlichungsreihenfolge ins Gewicht. Und auch Bill Everetts Tusche kann nicht an allen Stellen über den Kirby-Zeichnungen glänzen. Warum das Cover erst fünf Jahre nach dem Inhalt an die Zeitschriftenkiosks kam, wissen wohl auch nur die Götter...

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