Montag, 25. Juni 2018

WONDER MAN

Die Superhelden-Sammlung Bd. 39

Die Rächer sind eine der wenigen klassischen Marvel-Serien, die man auch in Deutschland bis in den dreistelligen Nummernbereich fast lückenlos lesen kann. Nachdem Hachette mit dem 27. Classic-Band der Offiziellen Marvel Comic-Sammlung "Avengers Vs. Defenders" die erste größere Lücke geschlossen hat, welche der Condor Verlag aufgrund des Crossovers bewusst hinterließ, kommen mit dem aktuellen Hardcover Nr. 39 der Superhelden-Sammlung erneut zwei von vier klassischen Avengers-Ausgaben als deutsche Erstveröffentlichung heraus.

Im Mittelpunkt steht Wonder Man, dessen Erstauftritt aus Avengers #9 ebenfalls in dem Band enthalten ist. Zwar ist dies hierzulande die vierte Wiederholung (Williams Rächer Nr. 8, Rächer Taschenbuch Nr. 2 und Marvel Klassik Bd. 5), aber dennoch der Einstieg und eben die Origin-Story des Helden und damit lesenswert. Der einstige Schurke wechselt das Lager und wird nach seinem vermeintlichen Tod Jahre später im Superhelden Vision konserviert, zumindest sein Gehirnmuster.

Hachette bringt Avengers #158-160, von denen der Condor Verlag nur das letzte Heft im siebten Rächer-Taschenbuch abdruckte und schließt dadurch eine kleine chronologische Lücke nach den Ereignissen aus Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 4 aus dem Jahr 1980. Der wiederbelebte Wonder Man kämpft gegen Vision. Dabei geht es zunächst um nichts Geringeres als Scarlet Witch Wanda. Ein klassisches Duell voller natürlichem und künstlichen Testosteron.

Zwar muss der geneignete Leser weiterhin mit kleineren Lücken in der Chronologie leben, kann mit Marvel Comic-Stars Nr. 1, Rächer Taschenbuch Nr. 6 und dem Hachette Classic-Band  XXXIX aber immerhin bis Avengers #177 weiterlesen. "Wonder Man" ist nicht nur für klassische Marvel-Sammler geeignet. Denn neben Größen wie Stan Lee, Don Heck, Jim Shooter, Sal Buscema und Pablo Marcos sind mit "Avengers Two: Wonder Man & Beast" auch Roger Stern und Mark Bagley am Werk.

Wie immer gibt es ein schönes Intro-Editorial und Zusatzseiten mit wissenswerten Hintergrundinfos zur Entstehung des Helden und seinen Auftritten innerhalb des Marvel-Universums. Deshalb auch hier meine absolute Kaufempfehlung!

Montag, 4. Juni 2018

HERCULES - Kampf der Titanen!

Die Superhelden-Sammlung Bd. 36

Die Götter haben Zeit. Fast 53 Jahre hat es gedauert bis "Kampf der Titanen!" (Thor vs. Hercules) endlich auf Deutsch vorliegt. Ein sogenanntes "key issue", also ein Schlüsselheft mit einem wichtigen Ereignis in der Marvel-Welt. Denn hier hat der griechische Gott Herkules seinen ersten Auftritt in den Marvel Comics. Zeitlich einzuordnen ist Journey Into Mystery Annual vom Oktober 1965 zwischen US-Thor #120 und 121. Allerdings geht die Storyline mit dem Absorber bis #123, so dass es evtl. besser ist, wenn man im Fluss lesen möchte, das Jahressonderheft danach einzureihen. Denn im Januar 1966 taucht Hercules (US-Schreibweise) auch in der regulären Thor-Serie auf. Für den deutschen Leser bedeutet das entweder zwischen den Thor-Zweitstorys in Spinne Williams Nr. 77/78 oder Nr. 83/84, welche hierzulande im Jahr 1977 erschienen.

Wieder einmal ist es Loki, der seinen Halbbruder Thor in die Bredouille bringt. Der Donnergott landet im Reich der griechischen Götter, wo Hercules ihm den Weg versperrt und es durch das Temperament der Beiden unweigerlich zum Kampf gegeneinander kommt.

Wirklich besonders sind die 15 Seiten nicht. Das übliche Stan Lee-Geschwafel mit Jack Kirby-Action geinkt von Vince Colletta, das wir (klassischen) Marvel-Fans lieben. Schade nur, dass es so lange gedauert hat, bis diese Lücke im deutschen Marvel-Universum geschlossen wurde. Die Hauptstory des Hachette-Bands stammt aus HERC #1-6 und gehört großteils zu "Fear Itself". In den Jahren 2011-2012 erschienen in den USA insgesamt elf Hefte (eines davon mit 6.1 nummeriert). Zwei davon gehören allerdings zu Marvels "Spider-Island"-Zyklus und erschienen in den USA erst nach den Ereignissen des vorliegenden Hachette-Hardcovers.

Die heutige Farbenpracht lässt sich natürlich nicht mit den naiven Zeichnungen der 1960er Jahre vergleichen, zeigt aber anschaulich, wie sich die Comic-Landschaft weiterentwickelt hat. Ich als klassischer Marvel-Fan und -Leser freue mich einmal mehr über ein paar Seiten aus dem unendlichen Fundus des Marvel-Universums, die es bislang nicht in deutscher Sprache zu erwerben gab. Deshalb wie (fast) immer: meine Kaufempfehlung. Ein Hardcover-Band nicht nur für Götter!

Dienstag, 19. Dezember 2017

Kirby & Co. in schwarzweiß Teil 3

Immer, wenn ich klassische Marvel Comics finde, die es nicht offiziell in s/w gibt, beginnen meine Augen zu leuchten. Das Hit Comics-Feeling dabei ist einfach unerreicht. Jack Kirbys Bleistift unterstützt von Joe Sinnotts klaren Tuschelinien, das ist fast schon Magie. Auch wenn Hachette Collections unlängst alle sieben INHUMANS-Stories aus den Thor-Heften in schönem Hardcover und farbig am Stück gebracht hat, ist die Schwarzweiß-Version doch die, die mir im Gedächtnis bleibt. Der Condor Verlag brachte die ersten vier 5-Seiter als Lückenfüller in zwei Spider-Man-Heften (Die Spinne Nr. 44 und 55) und einem Hulk-Album (Nr. 8) als deutsche Erstveröffentlichung ebenfalls in Farbe. In Dänemark erschienen anno 1986 insgesamt 14 Seiten beim Verlag Interpresse in schwarzweiß. Hier deshalb eine kleine Bastelei, wie sie die Welt nie gesehen hat. Anfang und Ende habe ich optisch leicht verändert bzw. aufgepeppt. Schrift und Text entstammen der Condor-Fassung. Das Resümee-Blabla von 1981 aus Bad Vilbel musste allerdings der tatsächlichen Fortsetzungsankündigung weichen.


Sonntag, 10. Dezember 2017

GEEK! SPECIAL Nr. 1 - DAS WAREN DIE 80ER JAHRE

GEEK! SPECIAL Nr. 1 - DAS WAREN DIE 80ER JAHRE

Retro lautet das Stichwort zu dieser interessanten Spezial-Ausgabe des Geek-Magazins für alle Nerds, Geeks und solche, die es werden wollen. Die vielen Abbildungen und Artikel wecken Erinnerungen an ein umtriebiges Jahrzehnt in dem es viel Schönes, wie z.B. die vorgestellten Filme und Fernsehserien, aber auch Schlimmes (Tschernobyl, David Hasselhoff singt, modische Fehltritte u.v.a.) gab. Mit Vielem kann ich mich identifizieren, für Manches war ich bereits zu alt oder noch zu jung.

Für schlappe 6,99 EUR präsentiert der Panini Verlag eine Zeitreise zu "Zurück in die Zukunft", "Beverly Hills Cop", "Aliens", "Rambo", "Tron", "V", "Magnum", "Miami Vice", "Freitag der 13.", "The Lost Boys", "He-Man and the Masters Of The Universe" und vieles, vieles mehr. Die 1980er Jahre sind präsent wie nie. Und das nicht nur durch aktuelle TV-Serien wie "Stranger Things".

Schnallt Euch an und reist zurück in die Zeit von aufstrebenden Videotheken, des "Zauberwürfels", von Hörspiel-Kassetten, Heft-Romanen und grafisch ungelenken Videospielen. Ein Muss für alle, die live dabei waren oder wissen möchten, wie es tatsächlich war.


CAPTAIN MARVEL - Entfesselt!

Die Superhelden-Sammlung Bd. 25

Wir schreiben das Jahr 1969. Thor kämpft gegen Galactus, das Ding von den Fantastischen Vier wird von den Skrull versklavt, die X-Men haben es mit Sauron zu tun und Daredevils Maske wird gelüftet. Spider-Man kämpft gleichzeitig gegen die Fackel und die Echse und wir befinden uns geschichtschronologisch irgendwo zwischen der Endphase der schwarzweißen bsv-Hit Comics und einigen noch ausstehenden Highlights bei Williams. Zwar war das Marvel-Universum damals miteinander verflochten, doch der Williams Verlag begann fast alle seiner Serien mit der US-Erstausgabe, was oft genug für Verwirrung sorgte, wenn in einer Reihe Bezug auf noch gar nicht erfolgte Ereignisse einer anderen Marvel-Serie genommen wurde.

Wie dem auch sei. Hachette Collections steigt mit Captain Marvel #17 drei Hefte nach der letzten Williams-Story (Rächer Nr. 42) in die Geschehnisse ein. Klassisches Material einer damals neuen Ära, mit neuem Kostüm des Kree-Helden und seiner Verknüpfung mit Hulks Schützling Rick Jones. Geschrieben von Roy Thomas, gestaltet von Gil Kane und Dan Adkins. Da darf der grünhäutige Goliath ebenso wenig fehlen wie die Rächer mit Captain America, Iron Man, Thor und Giant-Man. Der Band präsentiert sieben Geschichten aus Captain Marvel #17-23 plus zwei weitere aus Marvel Spotlight #1-2 und damit endlich wieder bisher auf Deutsch unveröffentlichtes klassisches Material aus einer höchst kreativen Marvel-Periode.

Buy it! Nuff said!


DIE BÜCHER VON DOOM

Die Superschurken-Sammlung (Teil II)

Das Premium-Abonnement der "Superhelden-Sammlung" von Hachette Collections beinhaltet die "Superschurken-Sammlung". Nun ist der zweite Band erschienen, der sich nach RED SKULL voll und ganz dem schurkischen DR. DOOM widmet. Als Auftakt gibt es den ersten US-Auftritt des maskierten Bösewichts aus Fantastic Four #5 und damit gleichzeitig die erste Reise mit Dooms Zeitmaschine, die in der weiteren Marvel-Chronologie immer wieder auftauchen soll. Doom entführt Susan Storm und zwingt die restlichen Mitglieder der FANTASTISCHEN VIER in die Vergangenheit zu reisen und ihm den Schatz des Piraten Blackbeard zu bringen.

Eine genial-komische Geschichte aus den Anfangstagen des Marvel-Zeitalters, erschaffen vom Dream-Team Stan Lee und Jack Kirby. Leider konnte der Williams Verlag anno 1974 diese Story, vermutlich mangels Originalvorlage, nicht bringen. Lediglich das Titelbild erschien im Mai 1976 als Mini-Poster im FV-Heft Nr. 58. Die deutsche Erstveröffentlichung übernahm der Condor Verlag mehr als drei Jahre später im ersten Fantastischen Vier-Taschenbuch. Und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Erstleser im Grundschulalter die coolen Bilder mit dem bärtigen Ding im Piratenkostüm und den dürftigen Text in den Sprechblasen förmlich in mich hineinsaugte und einfach nur fasziniert und begeistert war.

Die Neuauflage ist natürlich kein Vergleich zur schmalen Condor-Präsentation. Dennoch mutet die Hachette-Version etwas komisch an. Zwar wurde der Fehler aus Marvel Klassik Bd. 4, den Panini anno 1998 einbaute, behoben. Nämlich, dass die Story fälschlich mit Teil 6 statt Teil 1 beginnt. Und die neue Farbgebung orientiert sich grob an den Marvel Masterworks-Softcovern, aber mit dem Schwarzfilm ging wohl irgendetwas schief, da sämtliche Linien sehr dick ausfallen und Dr. Doom auf der ersten Seite zum größten Teil in Schwarz getüncht erscheint. Dennoch macht es Spaß und es ist eine wahre Freude, diese Geschichte mal wieder lesen zu dürfen.

Der Hauptteil des Hardcovers ist den "Books Of Doom" gewidmet. Marvels preisgekrönter Star-Autor Ed Brubaker lässt Victor von Doom sein Leben in Form eines Interviews in Rückblicken wiedergeben. So erfährt der Leser, wie der Superschurke zu dem wurde, was er ist. Eine schöne Reflektion, die 2006 im Original als eine sechs Hefte umfassende Mini-Serie erschien. Hierbei dürfte es sich bei der Hachette-Fassung um die deutsche Erstveröffentlichung handeln. Zumindest ist mir keine andere bekannt. Als Bonusmaterial gibt es wie immer Hintergrundinfos und eine Zusammenstellung einiger herausragender Doc Doom-Titelbilder von 1966 (Jack Kirby, Fantastic Four) bis 2015 (Alex Ross, Secret Wars). Wenn sich da das Premium-Abo für zusätzlich 1 EUR pro Buch nicht lohnt…



Freitag, 3. November 2017

THE SAVAGE SWORD OF CONAN

Testphase bei Hachette Collections abgeschlossen.
Nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit lancierte Hachette Collections von September bis Oktober 2017 eine vierbändige Testphase von "The Savage Sword Of Conan". Sollte die Reihe tatsächlich in Serie gehen, ist diese auf 70 Bände mit etwa 150-160 Seiten je Nummer angelegt. Das Besondere ist, dass es sich bei dem schwarzweißen Inhalt um Material aus den US-Magazin-Serien "Savage Tales" und "The Savage Sword Of Conan" handelt, die seinerzeit nicht den Richtlinien der Comics Code Authority unterlagen.

Für den Interessierten war es nicht ganz einfach an die Testbände zu kommen, da diese nur in ausgewählten Regionen und Shops zum Verkauf auslagen. Die überformatige Pappe mit der die Bücher zusammen eingeschweißt ausgeliefert wurden, passte kaum in die Regale und die Filialen von Rewe und Edeka zum Beispiel hatten jeweils nur zwei Exemplare pro Nummer vorrätig. Das Überformat ließ auch kaum Möglichkeiten, die Verkaufspappe unbeschädigt zu erwerben.

Der "erwachsene" Inhalt ist nicht nur für Marvel-Fans interessant. Im Gegensatz zur Comicheft-Version enthält Bd. 1 beispielsweise "Die Tochter des Eisriesen" in der unzensierten Schwarzweiß-Fassung aus "Savage Tales".  Außerdem befinden sich CONAN-Stories im Inhalt, die es bislang nicht auf Deutsch gab oder die nur schwer zu beschaffen waren, da sie wie z.B. "Das Geheimnis des Schädelflusses" zuvor nur in Fanzines wie dem österreichischen "ACTION" oder ähnlich Vergleichbarem erschienen sind.

Deutsche Erstveröffentlichungen befinden sich in allen vier Testbänden. Vom übrigen Material erschien in der Vergangenheit einiges in Hethkes SPRECHBLASE, der CONAN-Hardcoverreihe, sowie ein paar wenige Sachen bei Panini.

Die Nr. 1 von Hachette lag zum Einstiegspreis von 3,99 EUR in den Läden aus. Auf Ebay wurden für eine Handvoll von verschiedenen Anbietern zum Verkauf angebotenen Exemplare meist um die 17-18 EUR zzgl. Versandkosten gezahlt. Wie bei den anderen Hachette-Buchserien gab es die Nr. 2 für 8,99 EUR. Ab der dritten Ausgabe lag der Neupreis bei 12,99 EUR. Nur wenige Interessierte konnten alle vier Testbände ergattern. Dem letzten Band lag eine Gutschein-Karte bei, welche bei Einsendung an den Verlag bzw. Vertrieb zu einer kostenlosen Nr. 5 einlädt, sollte "The Savage Sword Of Conan" nach der Testphase in die 70-Bändige Serie gehen. Zumindest in Italien und Frankreich scheint das Format bereits erfolgreich zu laufen.