Dienstag, 6. März 2012

HARTMUT HUFF

aus: Atari Club Magazin (Warner Communications)
Nr. 4/1983, ganz links: Hartmut Huff


Lange Zeit haben die Mitglieder der Nuff-Redaktion vergeblich versucht, den ehemaligen Williams-Redakteur Hartmut Huff ausfindig zu machen. Die letzten Spuren führten zum Heyne-Verlag (Randomhouse Gruppe), Goldmann (ebenfalls Randomhouse) und Bastei. 2007 erschien John Sauls "Zeit des Grauens" (The Unloved) im Sub-Verlag Pavillon der Randomhouse-Gruppe. Mittlerweile ist sicher, dass es sich dabei um eine Wiederveröffentlichung der Heyne-Ausgabe von 1989 (ISBN 3453036530) handelt, die Hartmut Huff seinerzeit aus dem Amerikanisch-Englischen übersetzte.

Nicht anders verhält es sich bei "Die Rache der Dunkelelfen" von R.A. Salvatore. 2010 bei Blanvalet erschienen und eine Wiederveröffentlichung der beiden von Hartmut Huff übersetzten Bände 3 und 4 von "Die Saga vom Dunkelelf" aus dem Jahr 1992 (Goldmann, ISBN 3442245656 und 3442245664). Übersieht man die Wiederveröffentlichungen anderer Verlage, verlieren sich die Spuren spätestens Anfang der 2000er Jahre. Dies deckt sich nun mit einem zwar nicht näher bestimmten, aber glaubhaften Hinweis aus dem Internet:

Zitat:
Hartmut Huff ist leider bereits am 28.01.2003 im Alter von nur 56 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben!
Quelle: http://www.kultboy.com/redakteur/497/

Diese traurige Nachricht fand sich per Zufall am selben Tag, an dem endlich auch ein Foto des Übersetzers und Redakteurs des ehemaligen Williams Verlags auftauchte. In den frühen 1980er Jahren hatte sich Hartmut Huff den Computerspielen zugewandt und sich einen Namen als Chefredakteur der Kultzeitschrift "Telematch" gemacht. Im Atari Club Magazin 4/1983 sieht man ihn bei einer Preisübergabe an Mitglieder der deutschen Atari-Mannschaft.

Eine Auflistung von über 60 Buchtiteln, bei denen Hartmut Huff als Übersetzer und Autor beteiligt war, inklusive einiger Abbildungen, findet sich in DAS SAGTE NUFF! Nr. 8 (Artikel: "Die Williams-Connection"). Weniger bekannt sind Hartmut Huffs Arbeiten im Hörspielbereich:
- Dschungelboy (1976)
- Captain Pugwash, David Balfour
- Winnetou 2 und 3 (jeweils 3. Folge) auch auf CD erhältlich.
(Sony/PEG "Mein Freund Winnetou" ISBN-13: 4011222331083)

Samstag, 29. Oktober 2011

MARVELS KÖNIG DES DSCHUNGELS

Nach dem Ende der Williams-Ära tauchte im früheren Konkurrenzlager Ehapa immer wieder Marvel-Material auf. Angefangen von "Star Wars" (Krieg der Sterne) über "Marvel Preview" (Star-Lord), "Marvel Classic Comics", "Warriors Of The Shadow Realm" (Krieger der Geisterwelt) u.v.m. Kaum bekannt ist, dass Ehapa auch Marvels "Tarzan" auf deutsch veröffentlichte. Wie die zuvor genannten Comics allerdings kein Vergleich zur Williams-Bearbeitung. Dennoch, in Tarzan Nr. 22 von 1984 bekommt der Leser Roy Thomas' und John Buscemas "Tarzan" zu Gesicht. Wunderbar getuscht von Alfredo Alcala.

Tarzan Nr. 22 von 1984

Die Story stammt aus Tarzan # 9. Leider hat der Ehapa Verlag - wie so oft - eine Seite (Originalseite 12) weggelassen. Diese Vorgehensweise nervte schon bei "Krieg der Sterne", wo die verstümmelte Ehapa-Version von US-Star Wars # 7-10 kurz nach der Williams-Fassung erschien, bei der zwar die Eröffnungsseiten (Williams' - Krieg der Sterne Nr. 3) fehlten, die restliche Handlung aber komplett abgedruckt wurde. Für genauere Details, siehe DAS SAGTE NUFF! Nr. 8.

US-Tarzan # 9

Auf alle Fälle ist Ehapas Tarzan aber interessant, da John Buscemas Tarzan-Zeichnungen sonst nirgendwo mit deutschem Text zu finden sind.

Danke an Detlef Lorenz, Stefan Meduna und Alga.

VERTAUSCHT...

oder: DIE IRREFAHRTEN DES BILDSCHRIFTENVERLAGS

Heutzutage sind Crossover von Comicserien etwas ganz normales. Der geneigte Leser muss sich quer durch sämtliche Verlagsreihen lesen, um die Fortsetzung und das Ende einer Geschichte zu erfahren. In den späten 1960er und frühen 1970er Jahren war dies eigentlich noch völlig unüblich. Nicht so jedoch beim bsv.

Top Comics Nr. 103 - Der Schwarze Falke

letzte Comicseite aus o.g. Heft

Als "Vorreiter" offerierte der Bildschriftenverlag seinem Publikum ein Crossover der besonderen Art. Top Comics Nr. 103 von "Der Schwarze Falke" und "Wassermann" wurden im selben Monat hergestellt. Auf der letzten Comicseite von Der Schwarze Falke Nr. 103 sieht man den DC-Helden Aquaman (Wassermann). Dafür fehlt in Wassermann Nr. 103 der Schluss der Story aus Adventure Comics # 188. Offensichtlich ging beim Sortieren der Druckvorlagen etwas schief.

Top Comics Nr. 103 - Wassermann

Comicseite aus Adventure Comics # 188

Trotz oder gerade wegen solcher Patzer ist und bleibt der bsv Kult. Comicsmachen war vor rund vierzig Jahren eben nicht so einfach wie heute. Deadlines saßen den Verantwortlichen im Nacken und Druckfilme wurden eben manchmal im Eifer des Gefechts vertauscht. Dadurch liefert der bsv auch noch Jahre nach seinem Ableben hochinteressantes Material für die Comicforschung.

Vielen Dank an Oliver für Hinweise und Bildmaterial.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Fortsetzung unbekannt...

Pelefant und seine Freunde

Bildermärchen und Pelefant aus dem Bildschriftenverlag

Da brat mir doch einer 'nen Storch. Entdecke ich kürzlich beim Rumsurfen im Netz mir völlig unbekannte Hefte im bsv-Look. PELEFANT steht da in großen Lettern drauf. Und tatsächlich, der kleine blaue Elefant erschien 1989 sechs Mal mit Abenteuern, die der Bildschriftenverlag nicht veröffentlicht hatte. PELEFANT erschien im "Bärbel’s Verlag". Das erste Heft trägt die Nummer 3 /1989, wohl weil es im März 1989 an die Kiosks kam. Im August war mit Nr. 8 /1989 aber auch schon wieder Schluss...

Pelefant (im Original: PELLEFANT) ist eine Erfindung des schwedischen Trickfilmmachers und Comiczeichners Rune Andréasson. Da der bsv im Verbund druckte, schlichen sich in die eigentlich amerikanische BILDERMÄRCHEN-Reihe (Classics Illustrated Junior) auch schwedische Comic-Geschichten. Dies kann durchaus auch am Materialmangel gelegen haben. Das erste von Rune Andréasson gezeichnete Heft war Bildermärchen Nr. 77 - Der Böse Troll. Es folgten Bildermärchen Nr. 84 - Pelefant im Schlaraffenland, Nr. 87 - Pelefant und der Zauberer Abraka und Nr. 93 - Pelefant der Retter, ehe mit Bildermärchen Nr. 97 nur noch Pelefant-Hefte erschienen. Bei Bildermärchen Nr. 98 hatte man vergessen, das zweite „l“ aus dem Titel zu entfernen. Mit Nr. 141 änderte der Bildschriftenverlag den Titel in PELEFANT & Co. KG und mit Nr. 162 schließlich in PELEFANT UND SEINE FREUNDE. Ab Bildermärchen Nr. 124 erschien eine zeitlang nur noch etwa jedes zweite schwedische Heft auch in deutscher Sprache, bis der bsv mit Nr.136 wieder voll einstieg. Eine kleine Lücke klaffte zwischen Pelefant Nr. 156 und 157, während zwischen Nr. 168 und 169 ganze sieben Hefte auf der Strecke blieben. Diese Lücke markierte auch den Verlagswechsel bzw. die Umbenennung in Williams. Der Inhalt der Nr. 172 hätte eigentlich vor Nr. 169 gehört. Stattdessen wurde an der betreffenden Stelle ein Heft ausgelassen.

In Schweden lief die PELLEFANT-Serie durchgehend von 1965 bis 1993. Die ersten 63 Hefte waren fortlaufend nummeriert, alle späteren in Jahrgänge und Monate aufgeteilt. Trotz mehrfachem Verlagswechsel kam es nirgendwo zu Lücken.

1-63 (1965-1973) WILLIAMS
1-12 von 1971-1974 WILLIAMS
1-6 von 1975 WINTHERS
6/1975-12/1976 SEMIC
1/1977-12/1993 ATLANTIC

Drei der sechs Hefte aus dem Bärbel's Verlag von 1989

Der Bärbel’s Verlag stieg 1989 zunächst mit einem Heft aus dem Jahr 1983 (3/1983) ein. Alle weiteren liefen parallel zum schwedischen Original (4-8/1989). Wie beim bsv ist auch hier ein Druck im Verbund denkbar.

Die ersten 63 schwedischen Hefte kann man sich hier ansehen:
www.bamsesamlarna.com

Weitere Titelbilder und Informationen zur Serie gibt es hier:
www.seriesam.com

Tino Tatz alias Bamse bei Ehapa

Die populärste Figur, die Rune Andréasson erschaffen hat, ist BAMSE. Der kleine Zeichentrickbär ist der Renner in den skandinavischen Ländern. In Deutschland erschienen beim Ehapa Verlag zwischen 1992 und 1993 insgesamt vierzehn Hefte unter dem Titel "Tino Tatz".

Freitag, 27. November 2009

Hit Comics

In Farbe und bunt



Vergleich Hit Comics Nr. 81 und das parallel erschienene
Fantastiska Fyran Nr. 18 aus Schweden.

Eigentlich ist das CMYK-System ganz einfach: die vier Grundfarben für den Druck können sämtliche Farben darstellen. Dabei werden verschiedene Raster angelegt, deren gedruckte Punkte sich im Auge des Betrachter überlagern und sich dabei quasi wie von selbst "mischen". Wie beim Wasserfarbkasten ergeben z.B. gelb und blau in der Summe grün.

C steht für Cyan = himmelblau
M steht für Magenta = pink
Y steht für Yellow = gelb
K steht für Key = "Schlüsselfarbe" schwarz

Immer wieder bekommen es die Vorlagenhersteller und Drucker hin, die vier Druckfilme zu vertauschen. Meist werden dabei die Gesichter der abgebildeten Personen grün.

Bei den Hit Comics des bsv gab es einen peinlichen Patzer, nämlich als "der Gelbe" (Yellowjacket) erstmals auftrat. Durch das gelbe Hit Comics-Logo ist offensichtlich, dass Yellow und Magenta bereits in der Druckvorstufe vertauscht wurden. Da im europäischen Verbund gedruckt wurde, sieht das niederländische Hip Comics-Pendant genauso aus.



Hit Comics Nr. 151 und die niederländische Variante
als Hip Comics Nr. 19151.

Anders bei Hit Comics Nr. 81. Hier ist die deutsche Version korrekt. Das im Verbund gedruckte schwedische Heft hingegen wartet mit vertauschtem Cyan- und Yellow-Druckfilm auf (siehe Abbildung oben). Das Ergebnis: Grünes Ding mit rotem Höschen, grüne Fackel mit blauer Flamme,... Man sieht, dass die Umschläge separat angefertigt wurden, da auch in Schweden das Signet oben links gelb ist.

Digital korrigierte Version von Hit Comics Nr. 151.
So hätte das Heft aussehen sollen.

Donnerstag, 19. November 2009

Williams Inteuropa

Mehr vom bsv-Druckverbund

Der italienische Verlag Williams Inteuropa wurde hauptsächlich durch die Veröffentlichung von MAD und diversen DC-Serien, darunter z.B. Superman, Batman und Flash, bekannt. Da die Marvel-Lizenzen in Italien zum damaligen Zeitpunkt schon vergeben waren, konnte Williams Inteuropa nicht beim Hit Comics-Druckverbund dabei sein. Wohl aber bei anderen Serien, wie etwa dem Funny-Comic-lastigen Williams Maxi Album.


(Horror Nr. 1-3 in der italienischen Version von Williams Inteuropa)

Kaum bekannt ist, dass die bsv-/Williams-Reihe Horror auch in Italien Einzug hielt. Das mag eventuell mit am Titel "Fobos - Storie della Paura" gelegen haben. Mindestens vier italienische Ausgaben sind parallel zum deutschen Horror erschienen. Seltsamerweise wurden die italienischen Hefte nicht zusammen mit den übrigen europäischen Horror-Comics gedruckt, sondern separat (allerdings nach den gleichen Druckvorlagen) bei Intergrafica Mailand.

Die genauen Erscheinungsdaten waren jeweils im Impressum genannt:
Fobos Nr. 1 - 20. Oktober 1972
Fobos Nr. 2 - 27. November 1972
Fobos Nr. 3 - 20. Januar 1973
Fobos Nr. 4 - 01. März 1973

Die italienische Nr. 4 entspricht dabei der deutschen Nr. 8. Offenbar holte man den Rückstand zu den anderen Ländern mit dem zuletzt erschienen Heft wieder auf.

Mehr zu DC Horror im Druckverbund des bsv gibt es hier:
Horror Nr. 7

Sonntag, 25. Oktober 2009

Archie Comics in der Condor-Spinne


Martin Goodman, seines Zeichens Verleger der Marvel Comics während des Silver Age, hatte in den 1950er Jahren eine separate Linie seines Timely Verlags, die Red Circle hieß. Unter diesem Label veröffentlichte er diverse Magazin-Serien. 1973 übernahm der Verlag Archie Comics den Namen Red Circle Comics für zwei bereits laufende Serien: "Chilling Adventures In Sorcery As Told By Sabrina" und "Mad House Glads". Bei beiden Reihen kürzte man die Titel, so dass Chilling Adventures In Sorcery # 3-5, Red Circle Sorcery # 6-11 und Mad House # 95-97 unter dem Red Circle Banner an die Kioske kamen. Mit Martin Goodmans Red Circle hatten diese Hefte jedoch nichts zu tun.

Der Condor Verlag veröffentlichte insgesamt fünf Geschichten aus dem Archie/Red Circle-Fundus in seinen Marvel-Heften.

In Marvel Comic-Stars Nr. 13 erschien:
Der Besucher (5 Seiten)
Autor: Pat Boyette, Zeichner: Pat Boyette, Inker: Pat Boyette
"The Visitor" aus Red Circle Sorcery # 11, Februar 1975
Kinder der Erde (2 Seiten)
Autor: Marv Channing, Zeichner: Gray Morrow, Inker: Gray Morrow
"The Earth Children" aus Mad House # 97, Januar 1975


In Die Spinne Nr. 57 erschien:
Der freundlichste Hund des Stadtviertels (5 Seiten)
Autor: Marv Channing, Zeichner: Doug Wildey, Inker: Doug Wildey
"The Gentlest Dog On The Block" aus Mad House # 96, November 1974


In Die Spinne Nr. 58 erschien:
Störe nie einen Toten (5 Seiten)
Autor: Marv Channing, Zeichner: Jesse Santos, Inker: Jesse Santos
"Never Bother A Dead Man" aus Mad House # 96, November 1974
Einführung in das Übernatürliche (1 Seite)
"Essays Of The Supernatural"
(vermutlich aus Chilling Adventures In Sorcery # 4)


Der Verlag Archie Comics ist hauptsächlich bekannt für seine Figuren Archie, Betty und Veronica. Diese erschienen zwischen 1974 und 1977 in den MV Comix des Ehapa Verlags und im einzigen Archie Taschenbuch von 1976. Heutzutage kennt man das Label eher wegen der TV-Serie "Sabrina The Teen Witch" (Sabrina - Total verhext!).


Condors Red Circle-Phase hatte ihren Höhepunkt zwischen 1982 und 1984, als der Verlag die Taschenbuchserie "Star-Team" veröffentlichte. Die neun Taschenbücher präsentierten ein Wirrwarr aus Mighty Crusaders, Adventures Of The Fly, Mighty Comics, Fly Man, The Original Shield, The Fly und Red Circle Sorcery.