Teil 4 - erste Aufträge
So mutierte ich vom Comic-Fan zum Sekundärliteratur-Autor. Zwar hatte ich in der Vergangenheit bereits Beiträge für unsere Schülerzeitung an der Realschule verfasst und mich auch redaktionell, zumindest inoffiziell, beteiligt, aber einen richtigen Artikel hatte ich noch nie geschrieben. Veröffentlichungen gab es trotzdem, da ich zusammen mit einem Freund eine Leidenschaft für deutsche Synchronstimmen, sowie ein Faible für Sci-Fi-Filme und -Serien teilte. So hatten wir u.a. Thomas Danneberg (die dt. Stimme von Stallone, Schwarzenegger, John Clease und Terence Hill), Santiago Ziesmer (Steve Urkel/Jaleel White, Spongebob Schwammkopf), Norbert Gastell (Homer Simpson), Arnold Vosloo ("Die Mumie"), Kevin Sorbo ("Hercules") und Christopher Lee vor dem Mikro.
Eine Art kurzer Freundschaft entwickelte sich nach einem Interview zu Herbert Weicker, der deutschen Stimme von "Mr. Spock" vom Raumschiff Enterprise. Im Jahr seines Todes sprach er noch extra ein Intro für die Demo-CD meiner damaligen Hard Rock-Band ein. Aber auch mit den Enterprise-Captains G.G. Hoffmann (dt. Stimme von William Shatner, Lex Barker und Sean Connery) und Rolf Schult (dt. Patrick Stewart und Robert Redford) führten wir Gespräche. Einige unserer Gemeinschaftsarbeiten erschienen in einschlägigen Zeitschriften wie "TV Highlights", "Moviestar" und "Splatting Image".
Die Mitarbeit beim "Lexikon der Comics" im Corian-Verlag verschaffte mir einen völlig neuen Status, der es mir ermöglichte, meine Comic-Sammlung zu erweitern. Ich aktualisierte u.a. die bisher veröffentlichten Beiträge zu Gaston, Lucky Luke, Leutnant Blueberry und einigen anderen. Wobei nicht alles veröffentlicht wurde. Insbesondere die vollständige Auflistung der Gaston-Einseiter in sämtlichen deutschen Heften, Alben und Taschenbüchern seit Rolf Kaukas "Lupo" und "Fix und Foxi" nach einem bereits bestehenden (Corian-)Nummernsystem dauerte Monate. Irgendwie gelang es mir, diese Herausforderung zu meistern und den Abgabetermin einzuhalten.
Da ich nicht alle aktuellen Gaston-Alben besaß, schrieb ich den Carlsen Verlag an, der mir zur Rezension die Lücken in der Sammlung schloss. Belege und eine Mitarbeiter-Bestätigung einzureichen war jetzt ja kein Problem mehr. Als ich merkte, dass ich den lieferbaren Carlsen- und Ehapa-Backkatalog "plündern" konnte, schrieb und listete ich immer mehr. Die gelesenen Exemplare konnte ich natürlich nicht zurückschicken, schließlich waren sie nach dem Gebrauch nicht mehr druckfrisch.
Auch wollte ich es nicht übertreiben und bestellte immer nur die verfügbaren Alben, die mir zur Vollständigkeit fehlten. Dennoch kamen dadurch Komplettsätze von Storm, Blueberry, Spirou, Hergé Werkausgabe und Asterix zusammen. Nach getaner Arbeit brauchte ich das Zeugs aber nicht mehr und begann damit, es gegen Marvel-Sachen auszutauschen. So finanzierte die eine Tätigkeit die andere. Bei Panini waren die Rezensionsexemplare auf maximal 3 Titel limitiert.
Munter kaufte ich Sekundärliteratur, Marvel Essentials und ein paar wenige Marvel Masterworks in den USA ein. "Frankobelgier raus, Marvel rein!" lautete in etwa die Devise. War eine Serie abgehakt, kam die nächste an die Reihe.
Mittlerweile war auch mein Artikel zu den Fantastischen Vier fertig. Doch Martin Jurgeit zeigte nicht mehr viel Interesse daran. Im Copy-Shop fertigte ich deshalb ein Din A5-Heftchen mit der kompletten deutschsprachigen Veröffentlichungsgeschichte von Fantastic Four #1-128 an und schickte es an den Norbert Hethke Verlag mit dem Vorschlag eines Abdrucks innerhalb der "Sprechblase", seinem Comic-Fachmagazin.
Völlig unerwartet rief Norbert Hethke persönlich auf der von mir angegebenen Telefonnummer zurück. Er zeigte sich gewillt, tatsächlich etwas abzudrucken, verlangte aber eine redaktionelle Betreuung durch Gerhard Förster, da ich als Autor ja noch nie in Erscheinung getreten und somit in der Szene unbekannt war.
Leider hatte Gerhard völlig andere Vorstellungen als ich. Während ich mich auf die Comics als solches konzentrierte, forderte der "Oberförster", wie man ihn mit einem freundlichen Augenzwinkern auch nennt, Interviews mit ehemaligen Mitarbeitern der Williams-Redaktion. Das Comic-Material sei nebensächlich, meinte er.
Alter Schwede, da hatte er mir aber eine harte Nuss mit auf den Weg gegeben. Ich recherchierte in Telefonbüchern und Verzeichnissen und konnte tatsächlich Clemens Raschke, Jani Büsing, Reinhard Mordek und Kirsten Isele ausfindig machen. Leider hatte Fr. Vogel, wie Kirsten Isele mittlerweile hieß, keinerlei Interesse. Reinhard "Remo" Mordek erwischte ich auf seinem Handy an der Bushaltestelle und Clemens Raschke schwelgte in Selbstbeweihräucherung. Einzig Jani Büsing zeigte sich gewillt und gerne bereit, sich meinen Fragen zu stellen.
Kurt Rebischke und Hartmut Huff schienen verschollen. Die Entstehung eines wunderbaren, freundschaftlichen Kontakts zu Marlies Gerson, die für Williams die Titelbilder überarbeitete, letterte und die Zeichnungen für meine heißgeliebten Marvel Superbände gefertigt hatte, sollte allerdings noch etwas dauern.
Teil 5
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Samstag, 26. Januar 2019
Wie alles begann… zum Dritten
Teil 3 - Die Vorbereitung
Das bereits erwähnte aufkeimende Internet machte vieles möglich, was zuvor undenkbar war. Einerseits entwickelte sich eine Forencommunity, wo Fans sich austauschen konnten, andererseits wurden Portale wie Ebay und Co. zu weltweiten Online-Flohmärkten. Bewaffnet mit einem 56K-Modem ging es los, die unendlichen Weiten zu ergründen. Besonders fruchtbar erwies sich das Comicforum der Splashcomics. Dort stieß ich unter anderem auf Gerald Berse, besser bekannt als "maxithecat", der in den Startlöchern für seine Marvel-Datenbank stand.
Unsere Forenbeiträge ergänzten sich blendend. Auch hatte ich quasi blind auf eine Spinne-Komplettsammlung mit einem hohen dreistelligen Betrag geboten, welcher zum damaligen Zeitpunkt einem Listenpreis in Zustand 2-3 oder 3 entsprach. Damals gab es noch etliche Auktionen ohne Bild, was heute undenkbar ist. Ich überwies die Kohle und wartete gespannt ab. Es kam ein Paket mit mehreren Leitz-Ordnern und mit sehr wenigen Ausnahmen ungelesen Heften darin. Mein Gott… wenn ich die lese, sind sie nicht mehr Z0-1, sondern 1-2 oder 2. Puh!
Panini hatte inzwischen weitere Spider-Man komplett Schuber nachgelegt und auch bei Marvel liefen die Essentials auf dünnem Papier und in schwarzweiß weiter. Marvel Superbände schoss ich bei Ebay oder Hood oft für 1-2 EUR das Stück zzgl. Versand. Leider waren die Dinger nicht immer vollständig, wenn sich z.B. die ersten oder letzten Seiten von der Klebebindung gelöst hatten. Irgendwann hatte ich alle bei Williams veröffentlichten Seiten des "Silber-Stürmers" alias Silver Surfer, jedoch nicht alle von Thor.
Deshalb begann ich, die Bände zu zerlegen und die einzelnen Seiten der jeweiligen Serien separat zu sammeln. Für die Loseblattsammlung des Surfers bot mir ein Kontakt 100 EUR. Heute würde ich vermutlich bedenkenlos zuschlagen. Doch seinerzeit blieb ich standhaft. Schließlich hatte es Monate gedauert, alles zusammenzubekommen. Meine Vergleiche zu den unterschiedlichen Spider-Man Veröffentlichungen notierte ich weiterhin.
Irgendwann kam mir die Idee, darüber einen Artikel in Martin Jurgeits Hit Comics-Magazin zu veröffentlichen und fragte dort an. Martin meinte jedoch, dass gerade Spider-Man bereits zu ausgelutscht sei und z.B. etwas über die Fantastischen Vier weit interessanter wäre. Okay, Auftrag verstanden. Alles auf Anfang und das vorhandene Material aus den Superbänden gesichtet.
Bei einer weiteren Auktion kam der Kontakt zu der Witwe eines Sammlers zustande, die eine lange Liste mitschickte. Sehr klassisch, mit Williams und bsv nur als unvollständigen Nebenschauplätzen. Ein Bekannter von ihr hatte beim Erstellen der Liste geholfen und sich dabei alle Williams-Spinne Hefte als "Bezahlung" gesichert. Schade, aber ein pfiffiges Kerlchen. Die Spinne hatte ich ja bereits komplett. Ich orderte außer den FV einige Hulk, Thor, Rächer komplett und alles, was an Hit Comics vorrätig war. Da die Frau die Erbmasse loswerden wollte, einigten wir uns auf einen für beide Seiten angemessenen Preis.
Es schien, als hätte der Verstorbene über die Zeit etliche Konvolute angekauft, denn die Zustände reichten von druckfrischen Devil-Man mit schwarzweißem Inhalt bis zu bestempelten und stark beanspruchten Heften nahe Zustand 4. Mit der einen oder anderen zusätzlichen Bestellung bei Frank Erber waren die FV relativ schnell komplett. Zumindest was die Williams-Ausgaben anbelangte.
Zur weiteren Recherche quartierte ich mich mit Bleistift und Notizblock bewaffnet im Keller der Sammlerecke Esslingen ein, was dem Inhaber nicht wirklich gefiel. Auf meine Antwort zur Frage, was ich den recherchiere, sagte er wie Piggeldi zu Frederick: "Komm (mal) mit!". Er zeigte mir das "Lexikon der Comics" mit einem Leitartikel und einer Vergleichsauflistung der Fantastic Four und deren deutschen Ausgaben. Das war genau das, was ich brauchte.
Im Abgleich mit Geralds Liste und der Entschlüsselung der bsv Hit Comics von Toni Momper in seinem Magazin Outside, sowie meinem physisch vorhandenen Material fielen mir einige Fehler auf. Sämtliche deutschen Verlage hatten Lücken hinterlassen, Hefte nicht chronologisch veröffentlicht oder auch zweigeteilt. Dieser Umstand machte den Eintrag im Lexikon der Comics des Corian-Verlags ziemlich wertlos. Denn die Autoren waren von einer halbwegs korrekten Reihenfolge ausgegangen und dabei unabsichtlich um Nummern "verrutscht", wodurch etwa ein Drittel der Liste nachweislich nicht stimmte. Also schrieb ich den Verlag an und erhielt prompt den Auftrag zur Überarbeitung.
Teil 4
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Das bereits erwähnte aufkeimende Internet machte vieles möglich, was zuvor undenkbar war. Einerseits entwickelte sich eine Forencommunity, wo Fans sich austauschen konnten, andererseits wurden Portale wie Ebay und Co. zu weltweiten Online-Flohmärkten. Bewaffnet mit einem 56K-Modem ging es los, die unendlichen Weiten zu ergründen. Besonders fruchtbar erwies sich das Comicforum der Splashcomics. Dort stieß ich unter anderem auf Gerald Berse, besser bekannt als "maxithecat", der in den Startlöchern für seine Marvel-Datenbank stand.
Unsere Forenbeiträge ergänzten sich blendend. Auch hatte ich quasi blind auf eine Spinne-Komplettsammlung mit einem hohen dreistelligen Betrag geboten, welcher zum damaligen Zeitpunkt einem Listenpreis in Zustand 2-3 oder 3 entsprach. Damals gab es noch etliche Auktionen ohne Bild, was heute undenkbar ist. Ich überwies die Kohle und wartete gespannt ab. Es kam ein Paket mit mehreren Leitz-Ordnern und mit sehr wenigen Ausnahmen ungelesen Heften darin. Mein Gott… wenn ich die lese, sind sie nicht mehr Z0-1, sondern 1-2 oder 2. Puh!
Panini hatte inzwischen weitere Spider-Man komplett Schuber nachgelegt und auch bei Marvel liefen die Essentials auf dünnem Papier und in schwarzweiß weiter. Marvel Superbände schoss ich bei Ebay oder Hood oft für 1-2 EUR das Stück zzgl. Versand. Leider waren die Dinger nicht immer vollständig, wenn sich z.B. die ersten oder letzten Seiten von der Klebebindung gelöst hatten. Irgendwann hatte ich alle bei Williams veröffentlichten Seiten des "Silber-Stürmers" alias Silver Surfer, jedoch nicht alle von Thor.
Deshalb begann ich, die Bände zu zerlegen und die einzelnen Seiten der jeweiligen Serien separat zu sammeln. Für die Loseblattsammlung des Surfers bot mir ein Kontakt 100 EUR. Heute würde ich vermutlich bedenkenlos zuschlagen. Doch seinerzeit blieb ich standhaft. Schließlich hatte es Monate gedauert, alles zusammenzubekommen. Meine Vergleiche zu den unterschiedlichen Spider-Man Veröffentlichungen notierte ich weiterhin.
Irgendwann kam mir die Idee, darüber einen Artikel in Martin Jurgeits Hit Comics-Magazin zu veröffentlichen und fragte dort an. Martin meinte jedoch, dass gerade Spider-Man bereits zu ausgelutscht sei und z.B. etwas über die Fantastischen Vier weit interessanter wäre. Okay, Auftrag verstanden. Alles auf Anfang und das vorhandene Material aus den Superbänden gesichtet.
Bei einer weiteren Auktion kam der Kontakt zu der Witwe eines Sammlers zustande, die eine lange Liste mitschickte. Sehr klassisch, mit Williams und bsv nur als unvollständigen Nebenschauplätzen. Ein Bekannter von ihr hatte beim Erstellen der Liste geholfen und sich dabei alle Williams-Spinne Hefte als "Bezahlung" gesichert. Schade, aber ein pfiffiges Kerlchen. Die Spinne hatte ich ja bereits komplett. Ich orderte außer den FV einige Hulk, Thor, Rächer komplett und alles, was an Hit Comics vorrätig war. Da die Frau die Erbmasse loswerden wollte, einigten wir uns auf einen für beide Seiten angemessenen Preis.
Es schien, als hätte der Verstorbene über die Zeit etliche Konvolute angekauft, denn die Zustände reichten von druckfrischen Devil-Man mit schwarzweißem Inhalt bis zu bestempelten und stark beanspruchten Heften nahe Zustand 4. Mit der einen oder anderen zusätzlichen Bestellung bei Frank Erber waren die FV relativ schnell komplett. Zumindest was die Williams-Ausgaben anbelangte.
Zur weiteren Recherche quartierte ich mich mit Bleistift und Notizblock bewaffnet im Keller der Sammlerecke Esslingen ein, was dem Inhaber nicht wirklich gefiel. Auf meine Antwort zur Frage, was ich den recherchiere, sagte er wie Piggeldi zu Frederick: "Komm (mal) mit!". Er zeigte mir das "Lexikon der Comics" mit einem Leitartikel und einer Vergleichsauflistung der Fantastic Four und deren deutschen Ausgaben. Das war genau das, was ich brauchte.
Im Abgleich mit Geralds Liste und der Entschlüsselung der bsv Hit Comics von Toni Momper in seinem Magazin Outside, sowie meinem physisch vorhandenen Material fielen mir einige Fehler auf. Sämtliche deutschen Verlage hatten Lücken hinterlassen, Hefte nicht chronologisch veröffentlicht oder auch zweigeteilt. Dieser Umstand machte den Eintrag im Lexikon der Comics des Corian-Verlags ziemlich wertlos. Denn die Autoren waren von einer halbwegs korrekten Reihenfolge ausgegangen und dabei unabsichtlich um Nummern "verrutscht", wodurch etwa ein Drittel der Liste nachweislich nicht stimmte. Also schrieb ich den Verlag an und erhielt prompt den Auftrag zur Überarbeitung.
Teil 4
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Freitag, 25. Januar 2019
Wie alles begann… Fortsetzung
Teil 2 - Die Jahrtausendwende
Nach meinem Krankenhausaufenthalt spurtete ich zum nächstgelegenen Comic-Händler. Und dort fiel mir, ob der Preise für Superhelden-Comics, die Kinnlade auf den Boden. Ich wollte doch nicht den ganzen Laden kaufen, sondern nur ein paar alte Spinne-Hefte im Anschluss an den ersten Spider-Man komplett Schuber. Verzweifelt versuchte ich, Quellen auszumachen, die erschwinglich waren.
Da kam mir die Idee, meinen Dad zu fragen, ob er nicht seine ungelesenen Comics der letzten drei Jahre wieder verkaufen wollte, statt sie nur rumliegen zu lassen. Gesagt, getan. Für die Erstausgaben und das limitierte Variantcover-Zeugs von Dino und Co. zahlte der Händler richtig gut. Und… wir teilten den Gewinn. Davon kaufte ich zwei Privatsammlungen und hatte dadurch bis auf ein paar Einzelhefte zumindest Die Spinne von Condor komplett. Das war zwar nicht ganz das, was ich wollte, aber immerhin Spider-Man. Von einer Kinderbedarfsbörse brachte mir ein Verwandter, der meine auflodernde Sammelleidenschaft mitbekam, zudem die ersten sechs Condor-Spinne in tadellosem Zustand mit.
Parallel fing ich an, Paninis Fortsetzung ab 1997 nachzukaufen und zu lesen. Die hohe Auflage sorgte dafür, dass Frieder Maier von der Sammlerecke sowohl in Nürtingen als auch Esslingen die "halber Preis"-Ecke davon voll hatte. Auch konnte ich in einem nahegelegen Laden, der seine Second Hand-Schallplatten und Comics gegen die weit mehr angesagten aktuellen Handys ausgetauscht hatte, eine riesige Marvel-Kiste erwerben. Damit war ein Grundstock gelegt, auch wenn die Kohle von meinem Dad jetzt komplett aufgebraucht war.
Und Frieder Maier drehte mir den "Die Spinne - das fehlende Jahr"-Schuber an, was die Lage nur noch verschlimmerte. Mir fehlten einfach zu viele Williams-Hefte. Mithilfe der Listen in den Hit Comics-Magazinen von Martin Jurgeit und anderen, gelang es mir, nach und nach eine Lese-Sammlung aus dem Bereich von Spinne Nr. 1-137 zusammenzustellen. Stets nahm ich die preislich günstigste Variante, Zustand (fast) egal. Als gute Quelle erwies sich Frank Erber, der die Zustände einfach pauschal mit Z2 oder besser bewertete und seine Preise deshalb nicht so hoch ausfielen wie bei anderen Gewerbetreibenden aus der Branche.
Nun besaß ich einen bunten Spider-Man Mix aus späten schwarzweißen und farbigen Hit Comics, einigen Williams-Ausgaben und eben das erwähnte Material von Condor und Panini. Der Hauptteil bestand jedoch, wie schon in den 1980er Jahren aus den Williams-Sammelbänden mit dem Titel "Marvel Superband Superhelden".
Das aufkeimende Internet machte den Einkauf leichter. Mittlerweile waren zwei weitere Jahre vergangen und Finanzminister Theo Weigel hatte, wie versprochen, die Staatsverschuldung halbiert, indem er den Euro nun auch als reales Zahlmittel eingeführt hatte. Nach einer gescheiterten Aufnahme an der Fachhochschule für Gestaltung absolvierte ich eine zweijährige Ausbildung zum Mediengestalter an einer Vollzeitschule. Meine eingereichte Bewerbungsmappe sorgte zumindest bei meinen ehemaligen Schulkollegen vom Berufskolleg für Furore und reichte auch noch für die Einladung zur Aufnahmeprüfung. Woran es genau lag, dass die Profs mich nicht genommen haben, lässt sich nicht nachvollziehen. Neben diversen Textaufgaben sollten wir auch ein Pferd aus dem Kopf zeichnen. Ich denke allerdings nicht, das meines schlecht aussah.
Durch meinen Schülerstatus fiel das Budget noch knapper aus, zumal ich mittlerweile meine erste eigene (Miet-)Wohnung in Beschlag genommen hatte. Direkt unterm Dach mit Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer, das mindestens zur Hälfte auch Comic-Zimmer war. Inzwischen konnte ich die ersten Marvel Essentials aus den USA importieren. Eine mehr als günstige Alternative zu den Originalausgaben. Jetzt hatte ich manche Stories in mehrfachen Varianten (Marvel Essential, Spider-Man komplett, Williams, bsv Hit Comics) vorliegen. Und ich begann zu vergleichen...
Teil 3
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Nach meinem Krankenhausaufenthalt spurtete ich zum nächstgelegenen Comic-Händler. Und dort fiel mir, ob der Preise für Superhelden-Comics, die Kinnlade auf den Boden. Ich wollte doch nicht den ganzen Laden kaufen, sondern nur ein paar alte Spinne-Hefte im Anschluss an den ersten Spider-Man komplett Schuber. Verzweifelt versuchte ich, Quellen auszumachen, die erschwinglich waren.
Da kam mir die Idee, meinen Dad zu fragen, ob er nicht seine ungelesenen Comics der letzten drei Jahre wieder verkaufen wollte, statt sie nur rumliegen zu lassen. Gesagt, getan. Für die Erstausgaben und das limitierte Variantcover-Zeugs von Dino und Co. zahlte der Händler richtig gut. Und… wir teilten den Gewinn. Davon kaufte ich zwei Privatsammlungen und hatte dadurch bis auf ein paar Einzelhefte zumindest Die Spinne von Condor komplett. Das war zwar nicht ganz das, was ich wollte, aber immerhin Spider-Man. Von einer Kinderbedarfsbörse brachte mir ein Verwandter, der meine auflodernde Sammelleidenschaft mitbekam, zudem die ersten sechs Condor-Spinne in tadellosem Zustand mit.
Parallel fing ich an, Paninis Fortsetzung ab 1997 nachzukaufen und zu lesen. Die hohe Auflage sorgte dafür, dass Frieder Maier von der Sammlerecke sowohl in Nürtingen als auch Esslingen die "halber Preis"-Ecke davon voll hatte. Auch konnte ich in einem nahegelegen Laden, der seine Second Hand-Schallplatten und Comics gegen die weit mehr angesagten aktuellen Handys ausgetauscht hatte, eine riesige Marvel-Kiste erwerben. Damit war ein Grundstock gelegt, auch wenn die Kohle von meinem Dad jetzt komplett aufgebraucht war.
Und Frieder Maier drehte mir den "Die Spinne - das fehlende Jahr"-Schuber an, was die Lage nur noch verschlimmerte. Mir fehlten einfach zu viele Williams-Hefte. Mithilfe der Listen in den Hit Comics-Magazinen von Martin Jurgeit und anderen, gelang es mir, nach und nach eine Lese-Sammlung aus dem Bereich von Spinne Nr. 1-137 zusammenzustellen. Stets nahm ich die preislich günstigste Variante, Zustand (fast) egal. Als gute Quelle erwies sich Frank Erber, der die Zustände einfach pauschal mit Z2 oder besser bewertete und seine Preise deshalb nicht so hoch ausfielen wie bei anderen Gewerbetreibenden aus der Branche.
Nun besaß ich einen bunten Spider-Man Mix aus späten schwarzweißen und farbigen Hit Comics, einigen Williams-Ausgaben und eben das erwähnte Material von Condor und Panini. Der Hauptteil bestand jedoch, wie schon in den 1980er Jahren aus den Williams-Sammelbänden mit dem Titel "Marvel Superband Superhelden".
Das aufkeimende Internet machte den Einkauf leichter. Mittlerweile waren zwei weitere Jahre vergangen und Finanzminister Theo Weigel hatte, wie versprochen, die Staatsverschuldung halbiert, indem er den Euro nun auch als reales Zahlmittel eingeführt hatte. Nach einer gescheiterten Aufnahme an der Fachhochschule für Gestaltung absolvierte ich eine zweijährige Ausbildung zum Mediengestalter an einer Vollzeitschule. Meine eingereichte Bewerbungsmappe sorgte zumindest bei meinen ehemaligen Schulkollegen vom Berufskolleg für Furore und reichte auch noch für die Einladung zur Aufnahmeprüfung. Woran es genau lag, dass die Profs mich nicht genommen haben, lässt sich nicht nachvollziehen. Neben diversen Textaufgaben sollten wir auch ein Pferd aus dem Kopf zeichnen. Ich denke allerdings nicht, das meines schlecht aussah.
Durch meinen Schülerstatus fiel das Budget noch knapper aus, zumal ich mittlerweile meine erste eigene (Miet-)Wohnung in Beschlag genommen hatte. Direkt unterm Dach mit Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer, das mindestens zur Hälfte auch Comic-Zimmer war. Inzwischen konnte ich die ersten Marvel Essentials aus den USA importieren. Eine mehr als günstige Alternative zu den Originalausgaben. Jetzt hatte ich manche Stories in mehrfachen Varianten (Marvel Essential, Spider-Man komplett, Williams, bsv Hit Comics) vorliegen. Und ich begann zu vergleichen...
Teil 3
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Wie alles begann…
Teil 1 - zwischen 1979 und 1999
Anno 1996/97 hörte mein Dad mit dem Rauchen auf. Fortan legte er die 5 DM, die er pro Packung sparte, in drei neuen Hobby-Kategorien an. Zum einen in CDs und seltene Live-Aufnahmen von Bon Jovi und seinen heißgeliebten Rolling Stones, sowie Garth Brooks, Billy Ray Cyrus und anderen Country-Stars. Zum zweiten in Cowboy-Stiefel plus die dazu passenden Hemden und Hosen, die er direkt aus den USA importierte. Und zum dritten in… Comics. Dazu muss ich anmerken, dass meine Eltern relativ jung geheiratet haben und mein Dad eindeutig zur Generation der Zack-Leser gehört. In zwei Waschkörben kamen Ende der 1980er Jahre - leider nicht zeitgleich - die kompletten Jahrgänge zuzüglich Zack Boxen, -Alben und Taschenbüchern, darunter sogar die begehrte Lucky Luke-Nullnummer - zum Vorschein. Zu diesem Zeitpunkt außer den ersten vierzehn Lucky Luke-Alben nicht viel wert…
Ich selbst gehöre altersmäßig zur Generation Condor. Da meine Eltern aber ein Haus gekauft hatten, waren neue Comics vom Kiosk für mich eine seltene Ausnahme. Das Budget war knapp. Vielleicht mal ein Clever & Smart-Album oder eine Mickyvision mit dem Aufkleber und das erste Die Spinne-Taschenbuch. Mehr war an Neuerwerbungen nicht drin, zu teuer. Auf Flohmärkten entdeckte ich die alten Williams-Marvels, aber dazu später.
Jedenfalls kaufte mein Dad munter die neuen Serien von Batman, Superman, Spawn, JLA, Witchblade und… Spider-Man. Allerdings nicht im Comic-Shop, sondern in einem kleinen Laden für Trading Cards, die Mitte-Ende der Neunziger Jahre eine Hochkonjunktur erfuhren. Der Shop-Besitzer hatte Comics nur so nebenbei in einem kleinen Aufsteller bzw. Regal. Durch den Phasenvertrieb kaufte mein Dad auch die letzte Nummer der Condor-Spinne, die parallel zur Batman/Superman-Reihe von Dino auslag. Da er die Comics nicht las, sondern nur weglegte und von den Nr. 1-en immer mindestens zwei hatte, sammelte sich relativ schnell ein ganzer Bananenkarton voller druckfrischer Hefte an.
Zwei Jahre später musste ich wegen einer OP ins Krankenhaus. Mein Dad meinte es gut und brachte mir den ersten Spider-Man komplett Schuber von Panini mit. Zögerlich las ich die alten Stories von Stan Lee und Steve Ditko. Und plötzlich hatte mich das Marvel-Fieber gepackt. Wie damals auf dem Flohmarkt, als ich nach jedem Marvel Superband mit vier Williams-Heften im Inhalt lechzte. Den einen oder anderen konnte ich in den 1980er Jahren sogar noch am Kiosk ergattern. Die Sammelbände waren eine günstige Alternative. Klar, dass ich sie seinerzeit zuhause auftrennte und die eingeklebten Marvels einzeln gesammelt hatte.
Das Comicangebot war in diesen Tagen gigantisch. Einmal fand ich auf dem Flohmarkt eine Williams-Spinne Nr. 1 für 20 Pfennig in einem Heftstapel. Der knappe Haushaltsetat sorgte aber dafür, dass ich selbst anfing, Comics zu verkaufen. Und für ein Spinne-Heft der Marke Williams gab es grundsätzlich 5 DM, relativ unabhängig vom Zustand. Deshalb konnte ich nie wirklich eine Sammlung aufbauen, auch wenn ich die Fantastischen Vier Nr. 1-124 ca. 1988 kurzzeitig mal komplett hatte. Nachhaltig hängen blieben die Eindrücke, die ich erfuhr, als ich mein erstes Spider-Man Heft bekam. Dazu muss ich nochmal ein paar Jahre zurückspringen. Zusammen mit Williams Spinne Nr. 17, Sigurd Großband Nr. 247, Hit Comics Die Spinne Nr. 248, Hit Comics Der Dämon 1-2 und ein paar alten Micky Mäusen zählte Hit Comics Die Spinne Nr. 238 zu meinen Errungenschaften, die ich von einem Verwandten geschenkt bekam. Lesen konnte ich gerade mal so, da ich damals entweder noch im Kindergarten oder in der ersten Klasse war.
Doch der sechsarmige Peter Parker und der schreckliche Vampir Morbius hatten es mir angetan. Der Tote auf den Stufen bei Sigurd war weniger interessant. Ebenso wie das Williams-Heft mit dem komisch gezeichneten "Memrod", der in dem anderen Comic "Kraven" hieß und viel besser aussah. Auch die Schrift war krakelig und für mich als Erstleser kaum zu entziffern. Dämon und sein Widersacher Nachtfalke und auch Mr. Hyde im Spiegelkabinett waren richtig cool. Von den Micky Mäusen blieben nur Bruchstücke der Barks-Geschichten mit Donald hängen. Das andere Zeugs war nichts für Kinder, aber genau deshalb unglaublich beeindruckend.
Zurück zur Jahrtausendwende… Spider-Man im Schuber war ein Anfang, aber weit entfernt von "komplett". Ich war angefixt von Peter Parkers Soap Opera und wollte weiterlesen und wieder in die Fantasiewelt der Marvels eintauchen.
Teil 2
Anno 1996/97 hörte mein Dad mit dem Rauchen auf. Fortan legte er die 5 DM, die er pro Packung sparte, in drei neuen Hobby-Kategorien an. Zum einen in CDs und seltene Live-Aufnahmen von Bon Jovi und seinen heißgeliebten Rolling Stones, sowie Garth Brooks, Billy Ray Cyrus und anderen Country-Stars. Zum zweiten in Cowboy-Stiefel plus die dazu passenden Hemden und Hosen, die er direkt aus den USA importierte. Und zum dritten in… Comics. Dazu muss ich anmerken, dass meine Eltern relativ jung geheiratet haben und mein Dad eindeutig zur Generation der Zack-Leser gehört. In zwei Waschkörben kamen Ende der 1980er Jahre - leider nicht zeitgleich - die kompletten Jahrgänge zuzüglich Zack Boxen, -Alben und Taschenbüchern, darunter sogar die begehrte Lucky Luke-Nullnummer - zum Vorschein. Zu diesem Zeitpunkt außer den ersten vierzehn Lucky Luke-Alben nicht viel wert…
Ich selbst gehöre altersmäßig zur Generation Condor. Da meine Eltern aber ein Haus gekauft hatten, waren neue Comics vom Kiosk für mich eine seltene Ausnahme. Das Budget war knapp. Vielleicht mal ein Clever & Smart-Album oder eine Mickyvision mit dem Aufkleber und das erste Die Spinne-Taschenbuch. Mehr war an Neuerwerbungen nicht drin, zu teuer. Auf Flohmärkten entdeckte ich die alten Williams-Marvels, aber dazu später.
Jedenfalls kaufte mein Dad munter die neuen Serien von Batman, Superman, Spawn, JLA, Witchblade und… Spider-Man. Allerdings nicht im Comic-Shop, sondern in einem kleinen Laden für Trading Cards, die Mitte-Ende der Neunziger Jahre eine Hochkonjunktur erfuhren. Der Shop-Besitzer hatte Comics nur so nebenbei in einem kleinen Aufsteller bzw. Regal. Durch den Phasenvertrieb kaufte mein Dad auch die letzte Nummer der Condor-Spinne, die parallel zur Batman/Superman-Reihe von Dino auslag. Da er die Comics nicht las, sondern nur weglegte und von den Nr. 1-en immer mindestens zwei hatte, sammelte sich relativ schnell ein ganzer Bananenkarton voller druckfrischer Hefte an.
Zwei Jahre später musste ich wegen einer OP ins Krankenhaus. Mein Dad meinte es gut und brachte mir den ersten Spider-Man komplett Schuber von Panini mit. Zögerlich las ich die alten Stories von Stan Lee und Steve Ditko. Und plötzlich hatte mich das Marvel-Fieber gepackt. Wie damals auf dem Flohmarkt, als ich nach jedem Marvel Superband mit vier Williams-Heften im Inhalt lechzte. Den einen oder anderen konnte ich in den 1980er Jahren sogar noch am Kiosk ergattern. Die Sammelbände waren eine günstige Alternative. Klar, dass ich sie seinerzeit zuhause auftrennte und die eingeklebten Marvels einzeln gesammelt hatte.
Das Comicangebot war in diesen Tagen gigantisch. Einmal fand ich auf dem Flohmarkt eine Williams-Spinne Nr. 1 für 20 Pfennig in einem Heftstapel. Der knappe Haushaltsetat sorgte aber dafür, dass ich selbst anfing, Comics zu verkaufen. Und für ein Spinne-Heft der Marke Williams gab es grundsätzlich 5 DM, relativ unabhängig vom Zustand. Deshalb konnte ich nie wirklich eine Sammlung aufbauen, auch wenn ich die Fantastischen Vier Nr. 1-124 ca. 1988 kurzzeitig mal komplett hatte. Nachhaltig hängen blieben die Eindrücke, die ich erfuhr, als ich mein erstes Spider-Man Heft bekam. Dazu muss ich nochmal ein paar Jahre zurückspringen. Zusammen mit Williams Spinne Nr. 17, Sigurd Großband Nr. 247, Hit Comics Die Spinne Nr. 248, Hit Comics Der Dämon 1-2 und ein paar alten Micky Mäusen zählte Hit Comics Die Spinne Nr. 238 zu meinen Errungenschaften, die ich von einem Verwandten geschenkt bekam. Lesen konnte ich gerade mal so, da ich damals entweder noch im Kindergarten oder in der ersten Klasse war.
Doch der sechsarmige Peter Parker und der schreckliche Vampir Morbius hatten es mir angetan. Der Tote auf den Stufen bei Sigurd war weniger interessant. Ebenso wie das Williams-Heft mit dem komisch gezeichneten "Memrod", der in dem anderen Comic "Kraven" hieß und viel besser aussah. Auch die Schrift war krakelig und für mich als Erstleser kaum zu entziffern. Dämon und sein Widersacher Nachtfalke und auch Mr. Hyde im Spiegelkabinett waren richtig cool. Von den Micky Mäusen blieben nur Bruchstücke der Barks-Geschichten mit Donald hängen. Das andere Zeugs war nichts für Kinder, aber genau deshalb unglaublich beeindruckend.
Zurück zur Jahrtausendwende… Spider-Man im Schuber war ein Anfang, aber weit entfernt von "komplett". Ich war angefixt von Peter Parkers Soap Opera und wollte weiterlesen und wieder in die Fantasiewelt der Marvels eintauchen.
Teil 2
Dienstag, 22. Januar 2019
What if…?
Was wäre, wenn?
…Ich liebe die Vorstellung von bereits auf Deutsch erschienenem Marvel-Material in (zumindest für meinen Geschmack) noch besserer Form. Der Condor Verlag veröffentlichte z.B. neun der Geschichten des Donnergottes Thor, die der Bildschriftenverlag seinerzeit zwischen Hit Comics Nr. 206 (US-Thor # 165) und 207 (Thor #189) ausgelassen hatte. Leider weder chronologisch, noch einheitlich und mit einer Präsentation, die naja - nicht immer die beste war.
Neben ummontierten Seiten in "Marvel Comic-Stars" gab es formatverkleinerte Abenteuer in den Taschenbüchern von Hulk und Spinne. Aber auch Highlights, wie vier Thor-Geschichten in Heftform in Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 3 und Die Spinne Nr. 7-8 und 17-18. Zwar auch nicht ganz chronologisch, aber immerhin alle im selben Jahr veröffentlicht.
Wie wäre jetzt die Vorstellung, dass es das Ganze ohne riesige gelbe Kästen, die den Originalhintergrund der Eröffnungsseiten überdecken, gäbe? Oder besser noch ohne quietschbunte Bonbon-Farben in Schwarzweiß? Dazu Original-Covermotive und ohne den unsäglichen Thor-Schriftzug aus Bad Vilbel. Die Schrift in den Sprechblasen könnte ruhig so bleiben. Übersetzungen kann man immer kritisieren. Beim bsv stand oft ziemlicher Quatsch in den Blasen und Panini übersetzt meist nicht viel mehr als die Hälfte des Originaltexts. Nicht ganz so krass wie in den Taschenbüchern von Condor, aber eben limitiert. Die Verlags-Vorgabe ist, dass nicht mehr Buchstaben verwendet werden dürfen als im Original. So wird dann manchmal aus einem englischem "No" eben ein "Ja" und der nachfolgende Satz oder die vorausgehende Frage wird umgedreht.
Vielleicht hat sich das mittlerweile auch geändert. Doch egal, zurück zu "Was wäre, wenn…?". Zwei der vier Titelbilder brachte Condor als Einstieg in die Fortsetzungen in Die Spinne Nr. 8 und 18. Kein Vergleich zu den Original-Covermotiven anderer US-Hefte, die der Williams Verlag in den 1970er Jahren in ähnlicher Form verwendet hatte.
Das Fan-Hirn baut sich die eigene Version zurecht… Manchmal auch per Grafik-Programm. Leider ist der Aufwand immens und steht in keiner Relation. Aber man darf doch träumen - von der eigenen Hit Comics-Version, die kein deutscher Verlag herausbrachte. Und sowieso ist alles nur Spielerei...
…Ich liebe die Vorstellung von bereits auf Deutsch erschienenem Marvel-Material in (zumindest für meinen Geschmack) noch besserer Form. Der Condor Verlag veröffentlichte z.B. neun der Geschichten des Donnergottes Thor, die der Bildschriftenverlag seinerzeit zwischen Hit Comics Nr. 206 (US-Thor # 165) und 207 (Thor #189) ausgelassen hatte. Leider weder chronologisch, noch einheitlich und mit einer Präsentation, die naja - nicht immer die beste war.
Neben ummontierten Seiten in "Marvel Comic-Stars" gab es formatverkleinerte Abenteuer in den Taschenbüchern von Hulk und Spinne. Aber auch Highlights, wie vier Thor-Geschichten in Heftform in Marvel-Comic-Sonderheft Nr. 3 und Die Spinne Nr. 7-8 und 17-18. Zwar auch nicht ganz chronologisch, aber immerhin alle im selben Jahr veröffentlicht.
Wie wäre jetzt die Vorstellung, dass es das Ganze ohne riesige gelbe Kästen, die den Originalhintergrund der Eröffnungsseiten überdecken, gäbe? Oder besser noch ohne quietschbunte Bonbon-Farben in Schwarzweiß? Dazu Original-Covermotive und ohne den unsäglichen Thor-Schriftzug aus Bad Vilbel. Die Schrift in den Sprechblasen könnte ruhig so bleiben. Übersetzungen kann man immer kritisieren. Beim bsv stand oft ziemlicher Quatsch in den Blasen und Panini übersetzt meist nicht viel mehr als die Hälfte des Originaltexts. Nicht ganz so krass wie in den Taschenbüchern von Condor, aber eben limitiert. Die Verlags-Vorgabe ist, dass nicht mehr Buchstaben verwendet werden dürfen als im Original. So wird dann manchmal aus einem englischem "No" eben ein "Ja" und der nachfolgende Satz oder die vorausgehende Frage wird umgedreht.
Vielleicht hat sich das mittlerweile auch geändert. Doch egal, zurück zu "Was wäre, wenn…?". Zwei der vier Titelbilder brachte Condor als Einstieg in die Fortsetzungen in Die Spinne Nr. 8 und 18. Kein Vergleich zu den Original-Covermotiven anderer US-Hefte, die der Williams Verlag in den 1970er Jahren in ähnlicher Form verwendet hatte.
Das Fan-Hirn baut sich die eigene Version zurecht… Manchmal auch per Grafik-Programm. Leider ist der Aufwand immens und steht in keiner Relation. Aber man darf doch träumen - von der eigenen Hit Comics-Version, die kein deutscher Verlag herausbrachte. Und sowieso ist alles nur Spielerei...
Freitag, 11. Januar 2019
Stan Lee: Helden, Götter Und Mutanten - Die Stan Lee-Anthologie
Es ist immer wieder eine Freude, wenn klassische bislang auf Deutsch unveröffentlichte Geschichten aus dem Marvel "Haus der Ideen" doch noch herauskommen. Panini und Hachette kramen seit geraumer Zeit immer wieder Perlen heraus, auf welche die Fans schon seit Jahrzehnten warten. Nachdem die Ausbeute bei "X-Men: Die Welt der Mutanten - Die X-Men Anthologie" Ende 2018 für klassische Marvel-Jünger eher gering ausfiel, folgt mit der Stan Lee-Anthologie eine Sammlung von Highlights, die man sich nicht entgehen lassen darf.
Die schwarzen Anthologie-Bände starteten bei Panini anno 2014/2015 mit DC-Helden und erweiterten ihr Spektrum Anfang 2016 mit der Deadpool-Anthologie auf das Marvel-Universum. Nach Spider-Man, Thor, den Avengers und den X-Men ist nun der Meister Stan Lee selbst an der Reihe. Ob Zufall oder Absicht sei dahingestellt. Jedenfalls erschien der Band nur knapp fünf Wochen nach dem Tod des Marvel-Schöpfers.
Zuerst fällt auf, dass die Farben aktuell sind. Und zwar die, bei denen sich die Marvel-Restauratoren an den Originalheften orientierten. So kommen Silver Surfer, Spider-Man und Co. deutlich besser zur Geltung als bei bisherigen Panini- und Hachette-Veröffentlichungen. Der Surfer ist nicht mehr Schlumpf-blau, Spider-Man kriegt seine Pupillen von Amazing Fantasy #15 zurück und die Drogenproblematik aus Amazing Spider-Man #96-98, welche Stan seinerzeit hatte ohne Comics Code-Siegel erscheinen lassen, kommt ebenfalls deutlich besser zur Geltung als in "Spider-Man komplett".
Natürlich sind wieder mal die obligatorischen Erstausgaben von Fantastic Four, X-Men und Spider-Man enthalten. Ebenso wie Captain Americas Rückkehr aus Avengers #4. Waren diese Hefte früher heißbegehrt und deshalb schwierig oder nur teuer als bzw. in Spinne Nr. 1, Die Fantastischen Vier Nr. 1-2, Hulk Nr. 1-2 oder Die Rächer Nr. 4 von Williams zu kriegen, findet der Abdruck seit Paninis Marvel Klassik-Reihe fast inflationär statt.
Das absolute Highlight der Stan Lee-Anthologie ist Fantastic Four Annual #6 aus der Feder von Stan Lee, Jack Kirby und Joe Sinnott. Ursprünglich zwischen Fantastic Four #80 und 81 (FV Williams Nr. 76-77 und Hit Comics Nr. 93 und 97) in den USA erschienen, präsentiert es den ersten Auftritt von Annihilus, dem Schurken aus der Negativzone und zeigt das noch namenlose Baby von Sue und Reed Richards direkt nach seiner Geburt.
Weitere deutsche Erstveröffentlichungen sind u.a. "Werwolf" aus Menace #3, "Wo Geister wandeln" von Stan Lee und Steve Ditko aus Amazing Adult Fantasy #11 und ein witziger Dreiseiter aus Amazing Spider-Man Annual #5, gezeichnet von Marie Severin, der die Arbeit von Stan Lee, Larry Lieber und John Romita sr. in der Marvel-Redaktion beleuchtet. Die jeweiligen Einleitungstexte ergänzen den optischen Genuss des Bands. Ob man das Archie-ähnliche "Millie The Model" braucht, sei dahingestellt. Es zeigt nur, wie breit das Programm des US-Verlags damals gefächert war. Einziger Wermutstropfen sind die verkleinerten Cover-Abbildungen und die englischen Originaltitel auf den Eröffnungsseiten (die deutschen Titel stehen klein am unteren Rand). Die 29 EUR Verkaufspreis sind garantiert nicht fehlinvestiert.
Inhalt aus:
Menace #3,
Amazing Adult Fantasy #11,
Life with Millie #10,
Fantastic Four #1 + Annual #6,
Amazing Fantasy #15,
X-Men #1,
Avengers #4,
Thor #141,
Amazing Spider-Man #96-98 + Annual #5,
Daredevil #47,
Silver Surfer #5,
Stan Lee meets Spider-Man,
Marvel 75th Anniversary Celebration
Menace #3,
Amazing Adult Fantasy #11,
Life with Millie #10,
Fantastic Four #1 + Annual #6,
Amazing Fantasy #15,
X-Men #1,
Avengers #4,
Thor #141,
Amazing Spider-Man #96-98 + Annual #5,
Daredevil #47,
Silver Surfer #5,
Stan Lee meets Spider-Man,
Marvel 75th Anniversary Celebration
Freitag, 14. Dezember 2018
MODOK
Die Superschurken-Sammlung (Teil IV)
Modok? Wer? Es gibt Marvel-Charaktere die hierzulande nahezu unbekannt sind. Im Fall M.O.D.O.K. (Mental/Mobile/Mechanized Organism Designed Only for Killing) liegt das daran, dass von seinen Auftritten in den Marvel Comics kaum etwas auf Deutsch veröffentlicht wurde. So erschienen von über dreißig Auftritten zwischen Oktober 1967 und März 2005 gerade Mal acht. Und diese auch eher zufällig in Hulk Album Nr. 6 (Marvel Team-Up #104), Hulk Taschenbuch Nr. 15 (Hulk #287-290), Captain America Taschenbuch Nr. 1 (Captain America #313) des Condor Verlags und Marvel Extra Nr. 3 (Wolverine #142-143) von Panini/Marvel Deutschland. Immerhin veröffentlichte Panini anno 2009 in der Reihe 100% Marvel (Band Nr. 42) die Mini-Serie "Marvel 1985", in der Modok auftaucht.
Umso interessanter macht dieser Umstand den vorliegenden Premium-Band der Marvel Superhelden- bzw. Superschurken-Sammlung aus dem Hause Hachette. Nach einem Kampf gegen Iron Man in Tales Of Suspense #58 (Oktober 1964, deutsch in Williams Die Rächer Nr. 59-60) teilte sich Captain America ab der US-Folgenummer das Heft mit dem eisernen Haupthelden. Dort erlebte er seine 10seitigen Abenteuer der Stan Lee/Jack Kirby-Ära bis US #99 und der Fortführung der Reihe ab Captain America #100 mit doppeltem Seitenumfang.
Wie schon bei der Besprechung des RED SKULL-Superschurken Bands erwähnt, kamen seit 1967 nur vier der 10seitigen Cap-Klassiker in deutscher Sprache zum Abdruck. Anno 1967 "Jene" in Hit Comics Nr. 14, 16 und 18 (Tales Of Suspense #78) des Bildschriftenverlags, im Jahr 1976 "Batrocs Blitzkrieg" (Tales Of Suspense #85) im dritten Kung Fu-Taschenbuch von Williams, 2003 "Die fantastische Herkunft des Red Skull" (Tales Of Suspense #66) im Hardcover-Band "Captain America: Rot, Weiss und Blau" von Panini und 2017 "Red Skull lebt!" (Tales Of Suspense #79) im betreffenden Superschurken-Band von Hachette.
Nun gesellen sich Tales Of Suspense #93-94 mit klassischen Cap-Abenteuern und dem ersten Auftritt von Modok hinzu. Keine wirklich große Ausbeute, aber immerhin wieder deutsche Erstveröffentlichungen von gutem alten Marvel-Stoff. Als Bonus bringt Hachette noch die Herkunftsgeschichte aus den Feder von Stan Lee und Gene Colan aus Captain America #133, sowie die Mini-Serie (Super Villain Team-Up) "Modok's Eleven" #1-5 von 2008.
Insgesamt betrachtet wieder eine runde Sache. Die Mischung aus Action und Humor ist eben das, was Marvel ausmacht. Marvel UK-Redakteur Ed Hammond bezeichnet Modok im Vorwort als seinen absoluten Lieblingsschurken des Marvel-Universums. Nur schade, dass es mehr als 50 Jahre gedauert hat, bis der kleine Kerl mit dem Riesenkopf auch in Deutschland zu Würden kommt.
Modok? Wer? Es gibt Marvel-Charaktere die hierzulande nahezu unbekannt sind. Im Fall M.O.D.O.K. (Mental/Mobile/Mechanized Organism Designed Only for Killing) liegt das daran, dass von seinen Auftritten in den Marvel Comics kaum etwas auf Deutsch veröffentlicht wurde. So erschienen von über dreißig Auftritten zwischen Oktober 1967 und März 2005 gerade Mal acht. Und diese auch eher zufällig in Hulk Album Nr. 6 (Marvel Team-Up #104), Hulk Taschenbuch Nr. 15 (Hulk #287-290), Captain America Taschenbuch Nr. 1 (Captain America #313) des Condor Verlags und Marvel Extra Nr. 3 (Wolverine #142-143) von Panini/Marvel Deutschland. Immerhin veröffentlichte Panini anno 2009 in der Reihe 100% Marvel (Band Nr. 42) die Mini-Serie "Marvel 1985", in der Modok auftaucht.
Umso interessanter macht dieser Umstand den vorliegenden Premium-Band der Marvel Superhelden- bzw. Superschurken-Sammlung aus dem Hause Hachette. Nach einem Kampf gegen Iron Man in Tales Of Suspense #58 (Oktober 1964, deutsch in Williams Die Rächer Nr. 59-60) teilte sich Captain America ab der US-Folgenummer das Heft mit dem eisernen Haupthelden. Dort erlebte er seine 10seitigen Abenteuer der Stan Lee/Jack Kirby-Ära bis US #99 und der Fortführung der Reihe ab Captain America #100 mit doppeltem Seitenumfang.
Wie schon bei der Besprechung des RED SKULL-Superschurken Bands erwähnt, kamen seit 1967 nur vier der 10seitigen Cap-Klassiker in deutscher Sprache zum Abdruck. Anno 1967 "Jene" in Hit Comics Nr. 14, 16 und 18 (Tales Of Suspense #78) des Bildschriftenverlags, im Jahr 1976 "Batrocs Blitzkrieg" (Tales Of Suspense #85) im dritten Kung Fu-Taschenbuch von Williams, 2003 "Die fantastische Herkunft des Red Skull" (Tales Of Suspense #66) im Hardcover-Band "Captain America: Rot, Weiss und Blau" von Panini und 2017 "Red Skull lebt!" (Tales Of Suspense #79) im betreffenden Superschurken-Band von Hachette.
Nun gesellen sich Tales Of Suspense #93-94 mit klassischen Cap-Abenteuern und dem ersten Auftritt von Modok hinzu. Keine wirklich große Ausbeute, aber immerhin wieder deutsche Erstveröffentlichungen von gutem alten Marvel-Stoff. Als Bonus bringt Hachette noch die Herkunftsgeschichte aus den Feder von Stan Lee und Gene Colan aus Captain America #133, sowie die Mini-Serie (Super Villain Team-Up) "Modok's Eleven" #1-5 von 2008.
Insgesamt betrachtet wieder eine runde Sache. Die Mischung aus Action und Humor ist eben das, was Marvel ausmacht. Marvel UK-Redakteur Ed Hammond bezeichnet Modok im Vorwort als seinen absoluten Lieblingsschurken des Marvel-Universums. Nur schade, dass es mehr als 50 Jahre gedauert hat, bis der kleine Kerl mit dem Riesenkopf auch in Deutschland zu Würden kommt.
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