Freitag, 25. Januar 2019

Wie alles begann…

Teil 1 - zwischen 1979 und 1999
Anno 1996/97 hörte mein Dad mit dem Rauchen auf. Fortan legte er die 5 DM, die er pro Packung sparte, in drei neuen Hobby-Kategorien an. Zum einen in CDs und seltene Live-Aufnahmen von Bon Jovi und seinen heißgeliebten Rolling Stones, sowie Garth Brooks, Billy Ray Cyrus und anderen Country-Stars. Zum zweiten in Cowboy-Stiefel plus die dazu passenden Hemden und Hosen, die er direkt aus den USA importierte. Und zum dritten in… Comics. Dazu muss ich anmerken, dass meine Eltern relativ jung geheiratet haben und mein Dad eindeutig zur Generation der Zack-Leser gehört. In zwei Waschkörben kamen Ende der 1980er Jahre - leider nicht zeitgleich - die kompletten Jahrgänge zuzüglich Zack Boxen, -Alben und Taschenbüchern, darunter sogar die begehrte Lucky Luke-Nullnummer - zum Vorschein. Zu diesem Zeitpunkt außer den ersten vierzehn Lucky Luke-Alben nicht viel wert…


Ich selbst gehöre altersmäßig zur Generation Condor. Da meine Eltern aber ein Haus gekauft hatten, waren neue Comics vom Kiosk für mich eine seltene Ausnahme. Das Budget war knapp. Vielleicht mal ein Clever & Smart-Album oder eine Mickyvision mit dem Aufkleber und das erste Die Spinne-Taschenbuch. Mehr war an Neuerwerbungen nicht drin, zu teuer. Auf Flohmärkten entdeckte ich die alten Williams-Marvels, aber dazu später.


Jedenfalls kaufte mein Dad munter die neuen Serien von Batman, Superman, Spawn, JLA, Witchblade und… Spider-Man. Allerdings nicht im Comic-Shop, sondern in einem kleinen Laden für Trading Cards, die Mitte-Ende der Neunziger Jahre eine Hochkonjunktur erfuhren. Der Shop-Besitzer hatte Comics nur so nebenbei in einem kleinen Aufsteller bzw. Regal. Durch den Phasenvertrieb kaufte mein Dad auch die letzte Nummer der Condor-Spinne, die parallel zur Batman/Superman-Reihe von Dino auslag. Da er die Comics nicht las, sondern nur weglegte und von den Nr. 1-en immer mindestens zwei hatte, sammelte sich relativ schnell ein ganzer Bananenkarton voller druckfrischer Hefte an.


Zwei Jahre später musste ich wegen einer OP ins Krankenhaus. Mein Dad meinte es gut und brachte mir den ersten Spider-Man komplett Schuber von Panini mit. Zögerlich las ich die alten Stories von Stan Lee und Steve Ditko. Und plötzlich hatte mich das Marvel-Fieber gepackt. Wie damals auf dem Flohmarkt, als ich nach jedem Marvel Superband mit vier Williams-Heften im Inhalt lechzte. Den einen oder anderen konnte ich in den 1980er Jahren sogar noch am Kiosk ergattern. Die Sammelbände waren eine günstige Alternative. Klar, dass ich sie seinerzeit zuhause auftrennte und die eingeklebten Marvels einzeln gesammelt hatte.

Das Comicangebot war in diesen Tagen gigantisch. Einmal fand ich auf dem Flohmarkt eine Williams-Spinne Nr. 1 für 20 Pfennig in einem Heftstapel. Der knappe Haushaltsetat sorgte aber dafür, dass ich selbst anfing, Comics zu verkaufen. Und für ein Spinne-Heft der Marke Williams gab es grundsätzlich 5 DM, relativ unabhängig vom Zustand. Deshalb konnte ich nie wirklich eine Sammlung aufbauen, auch wenn ich die Fantastischen Vier Nr. 1-124 ca. 1988 kurzzeitig mal komplett hatte. Nachhaltig hängen blieben die Eindrücke, die ich erfuhr, als ich mein erstes Spider-Man Heft bekam. Dazu muss ich nochmal ein paar Jahre zurückspringen. Zusammen mit Williams Spinne Nr. 17, Sigurd Großband Nr. 247, Hit Comics Die Spinne Nr. 248, Hit Comics Der Dämon 1-2 und ein paar alten Micky Mäusen zählte Hit Comics Die Spinne Nr. 238 zu meinen Errungenschaften, die ich von einem Verwandten geschenkt bekam. Lesen konnte ich gerade mal so, da ich damals entweder noch im Kindergarten oder in der ersten Klasse war.


Doch der sechsarmige Peter Parker und der schreckliche Vampir Morbius hatten es mir angetan. Der Tote auf den Stufen bei Sigurd war weniger interessant. Ebenso wie das Williams-Heft mit dem komisch gezeichneten "Memrod", der in dem anderen Comic "Kraven" hieß und viel besser aussah. Auch die Schrift war krakelig und für mich als Erstleser kaum zu entziffern. Dämon und sein Widersacher Nachtfalke und auch Mr. Hyde im Spiegelkabinett waren richtig cool. Von den Micky Mäusen blieben nur Bruchstücke der Barks-Geschichten mit Donald hängen. Das andere Zeugs war nichts für Kinder, aber genau deshalb unglaublich beeindruckend.

Zurück zur Jahrtausendwende… Spider-Man im Schuber war ein Anfang, aber weit entfernt von "komplett". Ich war angefixt von Peter Parkers Soap Opera und wollte weiterlesen und wieder in die Fantasiewelt der Marvels eintauchen.

Teil 2

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