Dienstag, 5. Februar 2019

Wie alles begann… Monkey Business

Teil 22 - Wenn Ordnung das halbe Leben ist, was ist dann die andere Hälfte?
Ich bin wahrlich kein 9 to 5-Typ und hasse nichts mehr als den Alltag. Dennoch komme ich ohne äußere Struktur nicht klar. Vieles ist sicher meiner familiären Entwicklung geschuldet. Beide Elternteile haben und hatten Phasen, in denen sie sich auf etwas Bestimmtes stürzten und das dann das Non-plus-Ultra ist oder war, bis es durch das nächste abgelöst wird und man vielleicht nie wieder einen Blick darauf wirft. Meine Mutter hörte Vinyl-Single Schallplatten tage- und wochenlang in Dauerschleife, mein Vater interessierte sich plötzlich für den Bau von Stereo-Boxen und stellte sein Arbeitszimmer mit Lautsprechern, Kabeln und was sonst noch dazugehört, voll. Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Zudem ist mein Dad ein Theoretiker. Wenn ihn ein Thema interessiert, liest er alles, was er dazu in die Finger bekommen kann und wird zum Experten, der jede Frage beantworten kann. Schwieriger wird es in der Praxis. Einen Nagel gerade in die Wand schlagen ist nicht so sein Ding. Um nicht zu sagen, er hat zwei linke Hände. Meine Eltern teilen sich eine Gemeinsamkeit, sie sind Papier-Messies. Über Dads Stapel von Ehapas "Hobby"-Magazin regte sich meine Mom schon in den 1970er Jahren auf. Auch über seine Zack-Hefte, aber die lassen wir mal außen vor.

Es wurde mir also vorgelebt, Sachen anzufangen und nicht zum Ende zu kommen. Meine mittlere Schwester kann das auch gut. Der Apfel fällt eben nicht weit. Dazu die Sache mit dem Papier. Im Café meiner Mutter stapeln sich täglich Zeitungen, Briefe und anderes Zeug direkt hinter der Theke, für jeden Gast gut einsehbar. Mein Vater hält sich nicht an die Regelung, dass man alles Schriftliche zehn Jahre aufbewahren muss. Bei ihm sind es eher 30-50 Jahre.

Kennt Ihr das, wenn man selbst Eigenschaften hat, die man bei anderen Leuten nicht ertragen kann? Opa wollte kürzlich sein Auto in den Ruhestand versetzen. Er hat einen Schrank voller gesammelter Unterlagen. Ich bin mir sicher, da sind noch welche von vor dem 2. Weltkrieg dabei. Natürlich hat er den Fahrzeugbrief in dem Wust nicht gefunden. Darüber kann sich mein Dad herrlich aufregen.

Ich kriege die Krise, wenn ich als Gast ins Café meiner Mutter komme und fange erstmal an aufzuräumen und zu spülen. Meine Frau wünscht sich, dass das zuhause auch so wäre. Lange Rede, kurzer Sinn. Worauf ich hinauswill, sind angefangene Projekte, die ich nie fertiggestellt habe. Das liegt oft an der Zeitintensität, manchmal auch an einer Limitierung aus Mangel an leistungsstarkem Equipment.


Die Daten meiner alten Rechner seit 1999 habe ich zum Großteil auf drei Festplatten gesichert. Manches ist leider unwiederbringlich durch zwei Festplattencrashs verloren gegangen. Beim Durchforsten entdecke ich immer Sachen, die ich machen wollte, aber unvollendet blieben. Mit der Erstellung einzelner Artikel oder Kapitel komme ich hingegen bestens klar. Schon in der Schule war ich einer der Besten auf der Kurzstrecke mit 50-100m. Bei großen Projekten hingegen habe ich Probleme durchzuhalten.

Hinzu kommt der innere Papier-Messie, der anscheinend gentechnisch von Generation zu Generation weitergegeben wird. Wie oft habe ich einzelne Hefte aus der Sammlung gezogen, um Seiten zu digitalisieren und anschließend nicht wieder zurückgelegt? Das kann man nicht zählen. Artikel super, Fehlnummern in der Sammlung, aber dafür einen bunten Stapel, der entweder irgendwann korrekt verräumt wird oder in einer separaten Kiste landet. Letzteres war meist der Fall, was nicht wirklich gut ist.


Zwei Projekte scheiterten am Arbeitsspeicher meines damaligen Rechners. Anno 2006 musste ich meinen Versuch, das fehlende Horror Nr. 7 zu produzieren, abbrechen, weil der Computer bedingt durch die Datenmenge der Farbseiten, in die Grätsche ging. Für die erste Story hat es noch gereicht, danach war Schluss. Dasselbe passierte mir mit "Asterix erobert Rom". Ich hatte den handgeletterten Text aus dem s/w-Abdruck der Comixene in die holländische Farbversion gesetzt und kam ungefähr bis Seite 20, ehe nichts mehr ging. Beides haben andere Comic-Fans viele Jahre später für sich selbst umgesetzt. Vielleicht war ich einfach zu pingelig, was die Optik betraf.


Auch wollte ich Fantastic Four #49 aus der farbigen Hit Comics-Phase entfärben und an die korrekte Stelle zwischen Hit Comics Nr. 8 und 10 setzen. Erschienen war es als Hit Comics - Die Fantastischen Vier Nr. 229. Die qualitativ minderwertige Wiedergabe in den Marvel Essentials machte mir allerdings einen Strich durch die Rechnung. Die Eröffnungsseite ist top, alle nachfolgenden Panelränder sind krakelig. Das passiert, wenn mit zu geringer Auflösung digitalisiert und anschließend gedreht wird. Ähnlich ist es auch im Panini-Nachdruck von Hit Comics Nr. 1. Nur ist es bei den Essentials oft wesentlich schlimmer. Selbst teure US-Nachdrucke wie die gesammelten, neukolorierten Tales Of Asgard haben Defizite in der Darstellung schwarzer Linien und beim handgeletterten Text. Da fehlen Tuschestriche oder Buchstaben sind ausgefranst.


Eigentlich könnte ich ein Kapitel mit dem Titel "Unvollendetes" eröffnen…

Teil 23
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Montag, 4. Februar 2019

Wie alles begann… Expansion?

Teil 21 - Fix und fertig!
"Heftles-Macher", wie mein Schwiegervater es einmal nannte, das war genau mein Ding. Und wäre es vielleicht immer noch, wenn man davon leben könnte. Der Mensch braucht eine Aufgabe. Die Begeisterung und Resonanz der Leserschaft in den Anfangstagen schaukelte mich in eine gewisse Euphorie hinein. Ich träumte von Expansion. Ein "Nuff" für Kauka-Sammler schwebte mir vor. Da gab es allein durch die Dupuis-Lizenzen genügend wahnwitzigen Stoff. Da war Blueberry, der nur in Holland in Fix & Foxi erschien, da sich der Ehapa Verlag die Rechte für den deutschen Markt gesichert hatte.

Das Asterix-Drama mit "Siggi & Babarras" wäre auch ein genialer Aufmacher gewesen. Und Spirou, der in Holland gleichzeitig als Robbedoes und "Pit & Pikkolo" erschien, weil das Spirou-Magazin im flämischen Teil von Belgien als Original und bei Kauka als Lizenzprodukt lief. Oder Peyos Schlümpfe, von denen Peter Wiechmann behauptete, er hätte den Namen erfunden. Was nachweislich aber nicht stimmt, da die blauen Wichtel bereits zuvor im Fernsehen als "Schlumpfe" ausgestrahlt wurden. Der Singular war identisch.


Auch die Verbindung Kauka/Wiechmann-Zack hätte man beleuchten können. Andrax in den USA, die Konkurrenz bei Lucky Luke mit den FF-Alben und den frühen Geschichten und als Zack Album mit weit neueren. Und warum hieß Jolly Jumper bei Kauka eigentlich "Rosa" und war eine Stute? Gaston als Jo-Jo, die Todos-Alben von "Schnieff & Schnuff", einer Tochtergesellschaft des Axel Springer Verlags, also wieder die Connection zu Zack und Koralle. Die Konkurrenz durch MV Comix bei Ehapa oder wie Kaukas "7 Schnuckel" zu Condor kamen…

Alles hochinteressantes Zeugs für unendlich viel Schreib- und Lesestoff. Die Füchse Fix & Foxi und den ganzen Kauka-Merchandise Kram hätte man natürlich nicht außen vorlassen dürfen. Vom Sparkassen-Magazin Knax bis zum Yps-Heft hatten Kauka und seine Mannschaft ihre Spuren in der deutschen Comic-Landschaft hinterlassen.

Urheberrechtsmäßig wäre der Grat zwischen Aufstieg und Fall bis etwa zum Erdmittelpunkt noch viel, viel schmaler gewesen. Michael Semrad, damaliger Chef der Kaukapromedia, der im Namen von Alexandra Kauka die Lizenzrechte der Kauka-Figuren vertrat und wo er konnte einklagte oder abmahnte, war der Pitbull, wenn es um Lupo, Fix & Foxi und Co. ging. Er war auch Mitgrund, warum das Comicguide-Forum entstand und sich die Leute von Bernd Glasstetters Comic-Forum abspalteten. Glasstetter betreute nämlich auch die Kauka-Promedia-Internetseiten und ließ fortan keine Urheberrechtsverstöße zu. Seitenabbildungen aus Kauka-Heften? Fehlanzeige.

Vieles landete daher im Archiv des Forums, war nicht mehr zugänglich oder gelöscht. Verständlich, dass die FF-Fans sauer reagierten. Recherche, Zeichnervergleiche und damit viele Arbeitsstunden, waren dahin.

Mein persönlicher Fall brachte mich richtig ins Schwitzen. Der Knast schien noch näher als beim Panini-Besuch. Nachdem ich mit den beiden Asterix-Stories aus Großbritannien durch war, man stelle sich 84 knapp zeitungsformatige Hefte mit je einer Einzelseite des kleinen Galliers bzw. Briten vor, ging ich mein angesammeltes Asterix-Material durch. Zwei Kontakte hatten fast alle Siggi & Babarras-Seiten aus den Lupo-Heften digitalisiert. Nicht unbedingt optimal verarbeitet, aber durchaus druckfähig.



Mit einem Bekannten vereinbarte ich, dass er die Daten von mir bekommt, wenn ich dafür die Farbausdrucke per Laserprinter von ihm bekäme. Gesagt, getan. Nach Art der Asterix-Alben erstellte ich Vorsatzblätter für "Siggi und die Goldene Sichel", "Siggi und die Ostgoten" und "Kampf um Rom". Die losen Seiten packte ich in stabile Schnellhefter und konnte alle drei Abenteuer lesen wie ein reguläres Album.

Beim Ausmisten meiner Räumlichkeiten einige Zeit später, fielen mir die Dinger wieder in die Hand. Da ich mich aber auf Marvel konzentrieren wollte, was bereits genügend Platz einnahm, stellte ich die drei Schnellhefter samt Inhalt einzeln bei Ebay ein. Im Angebot als "Asterix aus Lupo Modern" gekennzeichnet. Eins der beiden Teile ging per Sofort-Kauf weg, die anderen blieben stehen.
Gekauft hatte sie eine Frau, deren Vornamen ich heute nicht mehr weiß. Versandadresse: Michael Semrad,… Auweia! Hatte der Kauka-Pitbull doch einen Ebay-Account auf den Namen seiner Mutter angemeldet. Schwitzend kontaktierte ich ihn. Der Knackpunkt war das "Lupo" im Angebotstitel und in der Beschreibung. Um es kurz zu machen. Ich stoppte die beiden anderen Auktionen, schickte ihm alle drei Schnellhefter ohne Bezahlung versandkostenfrei zu und er bedankte sich dafür.



Puh! Nochmal Schwein gehabt, dachte ich. Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und tauchte wieder ein in die unendlichen Weiten der Marvel Comics. Das war mir sicherer.

Teil 22
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Wie alles begann… Caught in the act

Teil 20 - Ärger mit den Comic-Seiten
Zur Auflockerung des Nuff-Magazins fand ich Comic-Teile unerlässlich. Neben ganzseitigen Abbildungen wollte ich unbedingt Fehlstellen und seltenes Material abbilden. Mit Marlies Gerson als Kooperationspartnerin war fast alles möglich. Beschränkten sich die Bilder aus Das sagte Nuff! Nr. 1-3 auf Material, das ich entweder entfärbt oder einfarbig 1:1 digital "nachgebaut" hatte, wie z.B. die Eröffnungsseite aus Spinne Nr. 1 oder den Silver Surfer aus Thor Nr. 1, konnte ich spätestens ab Nuff Nr. 4 noch einen draufsetzen.

In Das sagte Nuff! Nr. 6 gab es zunächst das Mittelseiten-Poster mit Peter Parker von John Romita sr. gezeichnet. In Nr. 7 folgten die fehlenden Seiten der Iron Man/Sub-Mariner Story. Die achte Ausgabe präsentierte die übersetzten Spider-Man Probestrips, sowie zwei Seiten, die Williams in Frankenstein Nr. 7 und 8 ausgelassen hatte.

Dafür zerlegte ich meinen US-Marvel Essential Band, scannte die betreffenden Seiten ein und setzte das Lettering von Clemens Raschke aus einzelnen Buchstaben zusammen. Es sollte ja stimmig aussehen. Die Leserschaft könnte die Seiten fotokopieren, zurechtschneiden und die Frankenstein-Hefte mit diesen Einlegern vervollständigen.


Mit der Nr. 8 von Das sagte Nuff! fand auch ein kleiner Umbruch statt. Ich hatte nicht mehr genügend vorproduziertes themenspezifisches Material, um die 48 Seiten termingerecht füllen zu können. So kam es, dass ich das FV-Abenteuer aus Hit Comics Nr. 4, welches bei Williams zwischen Die Fantastischen Vier Nr. 40 und 41 fehlte, in meiner Nr. 8 und 9 in zwei Teilen abdrucken wollte. Immerhin war das Material schwer aufzutreiben und auf dem Sammlermarkt teuer.

Diese Seiten hatte ich bereits bearbeitet, als ich am FV-Artikel für Martin Jurgeit schrieb. Damals konnte mein verwendetes Computerprogramm keine Drehungen bei einfarbigen Scans vollführen. Deshalb sind die angeglichenen Panelränder teilweise unterschiedlich stark. Das fällt allerdings nur auf, wenn man es weiß (oder, wie jetzt hier, darauf hingewiesen wird). Es hätte also noch perfekter sein können.

Leider machte ein Posting eines begeisterten Lesers im Panini-Forum eine Fortsetzung unmöglich. Absichtlich hatte ich diesmal kein Belegexemplar nach Stuttgart geschickt. Doch das Ausposaunen, wie großartig und genial die zehn super-seltenen Comic-Seiten wären, konnte der deutsche Lizenznehmer so nicht stehen lassen. Panini Verlags-Produktmanager Thorsten Kleinheinz schickte mir ein entsprechendes Schreiben, das ich allerdings nicht aufbewahrt habe. Vielleicht war es auch eine Privatnachricht über das Verlagsforum.


Jedenfalls musste ich dadurch umschwenken. Da Carlsen eine Zeitlang die Lizenzrechte für Gaston nicht verlängerte, gab es mit Franquins Kultfigur keine Probleme wegen des Einseiters auf der Rückseite des Magazins. Auch hier baute ich den Text digital aus diversen Gaston-Alben, die Karin Qulitzsch gelettert hatte, zusammen. Das U-Comix Original war einfach zu Underground. Allerdings machte sich die Autokorrektur selbständig und als ich "Keine Macht den Drogen!" in den dazugehörigen Artikel schrieb, das "m" klein. Was leider beim Korrekturlesen nicht auffiel.

Das Ergebnis kann sich auf alle Fälle sehen lassen, finde ich. Insgesamt ist Das sagte Nuff! Nr. 8 eine runde Sache geworden. Denn auch Daniel Gramsch hat bei der Kolorierung des Frankenstein-Titelbilds ganze Arbeit geleistet.

Das Cover der geplanten Nr. 9 mit Thor ersetzte ich durch Spider-Man in der Falle, umringt von der Polizei von Amazing Spider-Man #70, um die Situation zu verdeutlichen. Hierfür war die Retusche nicht ganz einfach. Ich entfernte den Originalschriftzug und setzte Steinchen für Steinchen der Mauer digital nach. Auch sollte die Signatur, anders als bei Panini im Spider-Man komplett Schuber vollständig zu sehen sein. Nach einer gefühlten Ewigkeit von Arbeitsstunden entschied ich mich dafür, das Signet nicht zu retuschieren, sondern es einfach einen knappen Zentimeter zu verlängern. Durch den Beschnitt fällt das kaum auf. Wer nachmisst merkt allerdings, dass im Vergleich zu den anderen Nuff-Heften etwa 5 mm mehr an rosafarbenem Streifen da sind.

Das sagte Nuff! Nr. 9 erhielt statt der FV-Fortsetzung eine andere, ganz besondere Story aus dem Haus der Ideen.

Teil 21
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Wie alles begann… Crossing all over

Teil 19 - Der Goldene Rächer
Was ich persönlich besonders hasse, sind Bildkürzungen bei Comics. Wer Bastei oder Kauka sammelt, kann davon ein Lied singen, nämlich das von "Marken Paul". Gottlob blieben die deutschen Marvels von solchen Eingriffen weitestgehend verschont. Allerdings fehlten immer wieder einzelne Bilder für Einleitungstexte oder auch ganze Seiten, wenn zu lange Stories nicht in ein Heft passten. In den ersten Jahren der Williams Marvel-Phase betraf das hauptsächlich die Fantastischen Vier, die Spinne und Prinz Namor. Frankenstein, der Dämon oder die Rächer waren eher die Ausnahme.

Besonders ungeschickt sind solche Kürzungen bei Crossovern. Der Zweiteiler mit dem Kampf zwischen Iron Man und Sub-Mariner beginnt in Tales Of Suspense #79 und endet in Tales To Astonish #82. Die vorherige (Zweit-)Story endet in Spinne Nr. 10 (Mai 1974) und setzt sich in Rächer Nr. 88 (Juni 1978) fort. Das letztgenannte Abenteuer erschien zwar auch in den Hit Comics des bsv, aber auf drei Nummern (29, 33 und 37) verteilt, um zwei Halbseiten für die Einleitungstexte gekürzt und dann noch falsch als 3. Fortsetzung einer anderen, zuvor veröffentlichten Namor-Geschichte bezeichnet. Der Abschluss entfiel, weil der bsv kurzzeitig aus dem Druckverbund ausscherte.

Übrig blieben acht von zwölf Seiten, die der Williams Verlag in Spinne Nr. 11 quetschte. Ein für den Fan nicht hinnehmbarer Zustand! Hinzu kam, dass sich Klaus Recht mit Ewald Baluch und dessen Agentur verkracht hatte und es deshalb zu einer Übergangsphase mit grauenvollem Maschinenlettering kam. Angeblich soll das bei einer Weihnachtsfeier geschehen sein und Baluch weigerte sich, die bereits fertigen Druckvorlagen herauszugeben. Dadurch wechselte der Druckort wohl auch von Intergrafica Italien nach Deutschland.

Die Mehrkosten versuchte man durch eine Seitenreduktion aufzufangen. Der Umschlag wurde einfach weggelassen und alles auf demselben Papier gedruckt, welches qualitativ besser war als das bisherige, vom Umschlag abgesehen.

Wie auch immer, jedenfalls keinesfalls schön. Da lag es nahe, die fehlenden Seiten zu übersetzen und die Sprechblasen mit einer ähnlichen Schrift zu füllen. Der Abdruck erfolgte in Das sagte Nuff! Nr. 7. Für die Premium-Abonnenten gab es das Ganze als komplettes 12-seitiges Einzelheft in schwarzweiß ohne separates Cover. So konnte der geneigte Leser endlich das ganze Spektakel zwischen Tales Of Suspense #79 und #80 erleben und die bislang unvollständige Handlung nachvollziehen.

Irgendwie stand dieses Crossover unter keinem guten Stern, denn Gene Colan gab den Zeichenstift nach Seite 2 an Jack Kirby weiter, da er an einer Grippe erkrankt war, wie Stan Lee im Einleitungstext erwähnt. Stan wiederum ließ Roy Thomas das Abenteuer zu Ende schreiben.












Teil 20
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Sonntag, 3. Februar 2019

Wie alles begann… Die Verpackung macht's

Teil 18 - Familiäre Abendgestaltung
Versand ist ein ganz spezielles Thema. Die Abonnements sollten versandkostenfrei bleiben. Waren es anfangs nur ein paar Hefte, die ich eintüten und postbotensicher verpacken musste, stieg die Zahl rasch an. Es musste effizient, möglichst zeit- und kostensparend, aber gleichzeitig auch möglichst sicher und schnell gehen.

Da ich als Hartzi Stammkunde beim nahegelegen Lidl-Discounter geworden war, entdeckte ich bei einem Einkauf zufällig die Kartons mit den kartonierten Zwischeneinlagen der Margerine-Verpackungen. Format ca. Din A3 und damit perfekt für den Comic-Versand. Gut, aufpassen, dass da keine Fettflecken oder ähnliches drauf waren. Aber fortan legte ich die Dinger stapelweise bei jedem Einkauf mit aufs Band, was die Kassiererinnen eine Zeitlang verwirrte, sich aber schnell ein Gewöhnungseffekt einstellte. Immerhin wurde der Laden so einen Teil seines Papiermülls los.

Zuhause faltete ich die Teile in der Mitte. So waren die Hefte rundum geschützt. Die Nuffs selbst steckte ich in gebrauchte Comic-Schutzhüllen oder Leitz-Hüllen. Zwei Streifen Tesa zum Fixieren des umgeklappten Teils und weitere zum Festkleben in den gefalteten Margarine-Karton. Top, billig, schnell und perfekt. Damals kosteten Büchersendungen noch 70 Cent. Allerdings hatten die bis zu fünf Werktage Laufzeit und wurden stichprobenartig von der Post geöffnet und geprüft.

Um das zu vermeiden, bastelte ich Nuff-Redaktions-Labels, die einen Rückschluss auf den Inhalt boten. Außerdem versuchte ich, wenn möglich nicht zur Postagentur, sondern zur Außenstelle am Bahnhof mit dem Geschäftskundenschalter zu gehen, zu dem Privatkunden keinen Zugang hatten (außer zu den Postfächern). Dort gab es nämlich Kleber mit QR- oder Barcode statt Briefmarken. So waren die meisten Hefte bereits am nächsten Tag bei den Bestellern und Abonnenten.

Umschläge hatte Lidl kurzfristig zum Schulanfang 2005 im Angebot. Bei den Größen B4 und C4 schlug ich zu. Denn im 10er-Pack waren die so günstig, wie sonst nirgends und nie. Da die hiesige Postagentur gleichzeitig ein Schreibwarenladen war, kaufte ich dort die Musterklammern für den Verschluss der Sendungen. So blieben die Kosten überschaubar.

Hier muss ich zeitlich etwas vorgreifen, um die weitere Entwicklung darzustellen. Meine zweite, eigene Mietwohnung lag in der Stadtmitte. Im Erdgeschoß des Gebäudekomplexes gab es neben einer Spielothek ein Fahrschulbüro und die Außenstelle der Barmer Ersatzkasse. Als diese mit der GEK fusionierte, stellten die Angestellten massenweise Kartons mit Umzugs- und Verpackungsmaterial zur Altpapier-Abholung vors Haus. Darunter auch eine Menge kartonierter Umschläge mit Barmer-Aufdruck…

Dass die nicht bei der Müllabfuhr landeten, dürfte jedem Leser dieser Zeilen klar sein. Der sparsame, geschäftstüchtige Schwabe in mir trug die Kartons in den dritten Stock, faltete die Barmer-Versandtaschen von innen nach außen und füllte sie mit schönen Heften für den Versand als Büchersendungen.

Ich weiß nicht mehr, mit welcher Nummer es losging. Aber das Eintüten und die Versandabwicklung dauerten irgendwann zu lange für eine Einzelperson. Meine heutigen Schwiegereltern inklusive (Schwieger-)Onkel und Tante hatten in den 1980er und 1990er Jahren viel Heimarbeit gemacht und waren deshalb Profis, was Arbeitsaufteilung und Koordination anging. Die Runde beim Verpacken von Das sagte Nuff Nr. 7 habe ich noch deutlich in Erinnerung, vielleicht wegen der roten Umschläge. Wie auch immer, da saßen wir nun. Onkel tütete die Hefte ein, Schwiegerpapa klappte die Hüllen um und klebte sie mit Tesa zu, Schwiegermutter fixierte das Ganze auf ein Stück vorgeschnittenen Karton, meine heutige Frau packte es in die Umschläge und Tante und ich sorgten für die Versandlabels und den Verschluss mit Musterklammern. Nach getaner Arbeit erfolgte der Anruf beim italienischen Pizza-Lieferdienst und der Tag oder Abend schloss mit der gemeinsamen Nahrungsaufnahme. So ging das fix und dauerte zwei Tage weniger als zuvor, wenn ich als Einzelkämpfer den Abo-Versand stemmte.

Heute würde ich keine Büchersendungen mehr verschicken, da das Preis-/Leistungsverhältnis in keiner Relation steht. Ich glaube, dass ich zu Nuff-Zeiten mindestens zwei, wenn nicht drei Porto-Erhöhungen mitgemacht habe. Trotzdem ging das. Inzwischen hat man das Gefühl, dass die Post Büchersendungen absichtlich liegen lässt, so dass sie erst nach zehn bis vierzehn Tagen, zum Teil beschädigt, beim Empfänger ankommen. Das führt zwangsweise zu Unmut und Reklamationen. Service sieht anders aus.

Einen ganzen Stapel gebrauchter kartonierter Versandtaschen kaufte ich auf einer Comic-Börse von meinem Tischnachbarn, dem ehemaligen Chef der Seven Island Edition. Dieser hatte sich mit Verlag und Druckerei offenbar übernommen und versuchte irgendwie alles, was er noch hatte zu Geld zu machen. Über Jahre hatte er die Versandkartons in denen der Norbert Hethke Verlag seine Piccolo-Hefte und Sprechblase-Magazine verschickte, aufbewahrt. Kein besonders attraktiver Einkauf, aber wenn es hilft…

Teil 19
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Wie alles begann… Fake-News Marke Wiliams

Teil 17 - Digitale Spielereien
In Das sagte Nuff! Nr. 11 habe ich ausführlich über gewisse Personen geschrieben, mit denen es Probleme gab. Ein Fall nahm kurzzeitig besonders große Ausmaße an, so dass die Idee einer kleinen Retourkutsche, um nicht zu sagen Rache, aufkam. Am Telefon hatten Jörg und ich uns über das Verhalten eines bekannten Sammlers aufgeregt und deshalb beschlossen, etwas zu unternehmen. Wir kannten seine Gewohnheiten. Deshalb schlug ich einen Plan vor, den wir beide klasse fanden. Allerdings war uns das Ausmaß, das die Sache annehmen sollte, zu keiner Sekunde bewusst.

Ich nahm einen 100 Seiten Ös-Sammelband von Williams und setzte das Cover von Spinne Nr. 40 ein. Ein paar Schatten und Abnutzungsspuren noch digital eingefügt und fertig war ein Band Nr. 4, der jedes Sammlerherz höherschlagen lässt. Und weil’s eben so schön ist, gleich noch einen Marvel Superband mit einem Thor/Silver Surfer-Motiv von einem britischen Hardcover Annual dazu. Wow! Wenn’s das tatsächlich gäbe, würde ich es auch haben wollen.

In Band 28 sind laut der Legende Thor Nr. 31-33 von Williams drin und auf dem Innenumschlag Anmerkungen und ein Leserbrief mit Antwortschreiben der österreichischen Redaktion. So, oder so ähnlich… Alles völliger Quatsch. Denn in Wahrheit existieren nur Spinne 100 Seiten Nr. 1-2 und Marvel Superband Superhelden Nr. 1-7, 10-13 und 16-21 als Ös-Varianten.

Wir lancierten zwei Auktionen bei Ebay und boten zur Absicherung selbst mit hohen Beträgen, die kein Sammler zahlen würde, darauf. Dabei zeigte sich auch, wie wenig mancher Kandidat bereit war, auszugeben. Und das für Material, das zuvor nie aufgetaucht ist, also extrem selten sein musste.

Was haben wir uns nach Ablauf der Auktionen ins Fäustchen gelacht. Aber, wer hätte ahnen können, dass die Ebay-Bilder im Archiv der bsv-Fanseite integriert werden. Und, schlimmer noch, dank mangelhafter Recherche in den Comic-Preiskatalog aufgenommen werden sollten. Auweia! Naja, nicht unsere Schuld, wenn die Leute alles glauben, was sie am Bildschirm sehen und es nicht nachprüfen. Ich hätte die Sachen nur gelistet, wenn ich sie auch nachweislich in Händen gehalten hätte.


Teil 18
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Freitag, 1. Februar 2019

Wie alles begann… Williams Style

Teil 16 - Der Beob-achter
Bei meinen Ankäufen der Marvel Comics mit schwarzweißem Inhalt stieß ich auf die Stories von Uatu, dem Beobachter. Eine davon erschien auch in Deutschland. Obwohl ursprünglich eine Zweitgeschichte in den US-Heften des Silver Surfer, packte der Williams Verlag diese in die dritte Ausgabe der Fantastischen Vier. Allerdings war das ein Remake einer Story aus Amazing Adult Fantasy #8.

Da ich den Beobachter ohnehin im Magazin vorstellen wollte, fragte ich Marlies Gerson, ob sie nicht Lust hätte, eine kurze Comicgeschichte zu lettern. Nach ihrer Zusage und da sie offensichtlich Spaß daran hatte, wieder Texte in Sprechblasen zu kalligraphieren, stand der Kooperation nichts mehr im Wege. Ich schnappte mir das UK-Magazin Teriffic No. 30 mit der Entstehungsgeschichte aus Tales Of Suspense #53 und übersetzte das Ganze. Den getippten Text und schwarzweiß-Kopien mit leeren Sprechblasen schickte ich an Marlies.


Das, was da zurückkam, hatte wahrlich Williams-Flair. Das Fan-Herz machte Freudensprünge. Also, das Material digitalisiert, die Größe angepasst und einen irgendwo vergessenen Buchstaben digital ersetzt. Das kann und darf vorkommen. Der UK-Copyright Hinweis musste drinbleiben, da die Briten in der Nähe dieser Stelle den Kasten mit den Credits entfernten, der sich mangels Originalausgabe nicht wieder einfügen ließ. Als farbige Vorlage hatte ich nur einen US-Nachdruck mit diesem großen gelben Pfeil-Kasten im unteren Teil.

Egal, das sah einfach nur geil aus! Und wir hatten eine deutsche Erstveröffentlichung. Die dazu noch schöner war als der Marvel Deutschland-Nachdruck von Tales Of Suspense #52 mit der vorhergehenden Uatu-Geschichte in knalligen Farben und dem üblichen Panini-Maschinenlettering. Marlies setzte den Trennstrich absichtlich an die falsche Stelle, da es optisch einfach besser wirkte. Den Abdruck der Geschichte gab es dann in Das sagte Nuff! Nr. 4 zusammen mit ihrem Interview.






Teil 17
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