Dienstag, 12. Februar 2019

Wie alles begann… Das beste Marvel Fan-Magazin der Welt!

Teil 29 - Das Layout
Vor allem die ersten beiden Hefte von Das sagte Nuff! fielen sehr textlastig aus. So kam ich auf die Idee, freigestellte Figuren, Symbole und anderes in Hellgrau hinter den Text zu platzieren. In der ersten Fassung, zumindest im schwarzweißen Prototyp, war hinter dem Editorial-Intro Spider-Man vom Cover der 100. US-Ausgabe zu sehen. Im endgültigen Druck hat es irgendwie die Ebenen verhauen, so dass die Zeichnung von John Romita sr. verschwand. Erst auf dem Titelbild von Das sagte Nuff! Nr. 6 konnte ich die Abbildung präsentieren.

Zwar beschwerte sich der eine oder andere Leser, dass durch den grauen Hintergrund der Text teilweise schlecht zu lesen sei, aber es hatte auch den Vorteil, dass man ihn nicht so einfach kopieren konnte. Auch habe ich am Anfang vieles in der Größe nicht angepasst, sondern im Format belassen, so dass abgebildete Panels über die Seitenmitte hinausragten und dafür Buchstaben und Lauftexte verrückt werden mussten.

Schon in Nr. 2 mit den Fantastischen Vier sind die Abbildungen im Hintergrund weniger und gleichzeitig heller. In der dritten Ausgabe tauchen sie nur in der Daredevil-Checkliste auf und ab der Nr. 4 verzichtete ich ganz darauf. Um es noch lesefreundlicher zu gestalten, passte ich fortan wo es ging, die Bilder der Spaltenbreite des Texts an. Nicht umsonst schrieb Comic-Laden-Inhaber Thomas Kovacs aus der Schweiz von "ausgeklügeltem - dabei lächerlich simplen! - Layout".


Während heutzutage aus Kostengründen meist auf Lektoren und Lektorat verzichtet wird, fand man früher kaum Tipp- und andere Fehler in Tageszeitungen, Zeitschriften oder Büchern. Dass der Fehlerteufel auch vor Das sagte Nuff! nicht Halt machte, zeigt die Auflistung von kleinen Vertippern und anderem aus den bisherigen Ausgaben in der 9. Nummer.

Sammlerecke und X-Comics gaben ihre Tauschanzeigen (eine Seite im Magazin gegen eine Seite in deren Katalogen und Versandlisten) komplett fertig ab. Bei anderen "Kunden" musste ich teilweise selbst kreativ werden: Intercomicshop, Comiczeit Verlag. Auch Comixene und Panini waren mit eigenen Anzeigen vertreten. Kleine Improvisationen bei Amazing und Comic-Galerie oder die Vorschau auf den Treffer lockerten das Ganze auf. Manches wie die Comic-Börsen von Veranstalter PeKa baute ich einfach mit ins Layout ein.

Großartige Experimente gab es jedenfalls nicht mehr. Nur wenn die Verteilung auf zwei Spalten je Seite nicht passte, wie z.B. in Das sagte Nuff! Nr. 7 beim Thema Sammelbände, gab es kleine Änderungen. Im Gegensatz zu anderen Zeitschriften richtete sich das Layout grundsätzlich nach dem Textumfang. Der Inhalt war wichtiger und die Abbildungen nur zur Illustration oder Verdeutlichung gedacht. In "normalen" Redaktionen gibt es eine genaue Zeichenvorgabe und das Layout steht bereits, ehe überhaupt eine Zeile Text verfasst wurde.

Nicht ganz einfach gestaltete sich die Cover-Idee, die ich vorab für Das sagte Nuff! Nr. 6 im Kopf hatte. Die Williams-Hefte ab der Nr. 1 im Hintergrund und vorne drauf Spider-Man von John Romita sr. Die Abbildungen mussten so breit sein, wie der rosa Balken und bis zur Beschnittkante reichen. Es dauerte, bis das exakt passte. Beim Einfügen gab es dann noch einen Kopierfehler in der dritten Zeile, weshalb Spinne Nr. 15 fehlt und die 33 zweimal abgebildet ist. Und irgendwo muss beim Farbwechsel von RGB (Monitordarstellung) in den CMYK-Modus (für den Vierfarbdruck) ein Teil des Magentas im Signet-Balken verlustig gegangen sein, weshalb dieser etwas heller ausfällt als bei allen anderen Nummern.


Mit der 6. Ausgabe änderte ich auch, zunächst kurzfristig, den Obertitel, frei nach den Fantastic Four und Stan Lees Großspurigkeit in: "Das beste Marvel-Fan Magazin der Welt!". Denn, wer wollte das Gegenteil beweisen? Und immerhin erschien es als einziges Fan-Produkt neben Comixene und Reddition oder Sprechblase in einer Nominierungsliste für "Beste Comic-Sekundärliteratur 2007".

Teil 30
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Sonntag, 10. Februar 2019

Wie alles begann… Ab in den Keller

Teil 28 - zusammen und getrennt
Da die Wohnung meiner damaligen Freundin und jetzigen Ehefrau näher an meiner Arbeitsstätte lag, verbrachte ich die meiste Zeit, auch die langen Mittagspausen, bei ihr. Irgendwann fiel dann der Entschluss, zusammenzuziehen. Meine zweite, eigene Bude war eine kleine Maisonette-Wohnung mit Wohnbereich unten und Schlafbereich oben gewesen. Im Gegensatz zur vorherigen Dreizimmer-Dachgeschoßwohnung war die Aufteilung schwieriger. Mir fehlte das Arbeitszimmer. Mehr als eine Nische mit Schreibtisch und PC neben dem Bett war nicht drin.

Deshalb verteilten sich die Comics über beide Stockwerke und hauptsächlich auf zwei Regalwände, aber auch in Stapeln auf dem Boden. Mir war bewusst, dass ich keinesfalls alles in die neue, gemeinsame Unterkunft mitnehmen können würde. Meine bessere Hälfte verzichtete auf ihre Schuhsammlung, ich auf einen Teil meiner Comics. Unsere beiden Schallplattensammlungen legten wir zusammen. Durch den ähnlich gelagerten Musikgeschmack hatten wir sehr vieles doppelt. Das alles hatte nun keinen Platz mehr.

Ein paar Wochen lang versuchte ich zumindest die Vinyl-Sachen über Ebay loszuwerden. Einiges ging für gutes Geld, das wir in die Wohnungsausstattung steckten, an Käufer aus Russland und Brasilien. Mir war nicht bewusst, was wir teilweise für begehrtes Zeug unter den Platten, Originalkassetten und CDs hatten. Von einer australischen Thrash Metal-Kapelle z.B. besaß ich die zweite Scheibe als LP und CD. Seit 1989 nie wieder nachgepresst, ging das Teil bei Ebay durch die Decke. Keine Riesensumme, aber immerhin knapp dreistellig. Das hatte ich nicht erwartet. Zumal Vinyl zu diesem Zeitpunkt völlig "out" war, der Hype kam erst Jahre später auf.

Einzeln einstellen, verkaufen, verpacken und versenden nahm zu viel Zeit in Anspruch. Auf einem großen Stadtflohmarkt fragten wir deshalb einen Schallplattenhändler, ob er nicht Interesse an einer riesigen Sammlung hätte. Wenn er alles nähme, würden wir Stückpreis 1 EUR machen. Am Abend kam er tatsächlich und wir wurden uns handelseinig. Seine Tageseinnahmen inklusive Wechselgeld in bar blieb bei uns, dafür war sein VW-Bulli aber wieder schön voll.

Wir waren froh, denn einiges hätten wir im Internet ohnehin nicht anbieten können. Zu viele Bootlegs, sprich nichtautorisierte Live-Aufnahmen. Anderes waren seltene und limitierte Sammlereditionen mit Schnickschnack wie Kettchen und ähnlichem. Aber auch eine große Kiste mit Vinyl-Singles aus den 1980er Jahren, viel Neue Deutsche Welle und so. Da der Händler auf Schallplattenbörsen von Deutschland bis runter nach Italien unterwegs war, hatte er für die nächsten Monate, wenn nicht Jahre, ausgesorgt.

Von den Comics behielt ich den Hauptteil der Sammlung und schickte ein paar große Pakete mit Marvel Material bestehend aus Hardcover-Omnibus-Editionen, ausländischen Marvel Heften, haufenweise US-Sekundärliteratur und Fanzines an Gerald "maxithecat" Berse. Bei ihm war es nicht nur besser aufgehoben, ich konnte mir auch vorstellen, dass er es in seiner Behausung unterbringt. Interessant ist, wie viel er von dem internationalen Marvel-Material in seine Datenbank einpflegte. Gerald vertickte die Sachen nach und nach über comicmarktplatz.de.

Manches landete auch im Altpapier, aber nicht so viel wie später beim Umzug in Richtung Norden. Einerseits tut es gut, sich von Dingen zu trennen, andererseits kommen irgendwann die Nachwehen. Aber soweit waren wir noch nicht. Zu unserer neuen Wohnung gehörten eine Garage und ein separater trockener Kellerraum mit Brandschutztür. Letzteren hatte der Vormieter mit Teppichboden ausgelegt, zudem gab es ein Fenster und eine Stromversorgung. Das war das neue Comic-Zimmer und gleichzeitig zweiter Arbeitsplatz mit einem alten, ausgemusterten PC. In der Wohnung selbst reichten ein Laptop, Scanner und Drucker.

Ironischerweise pries unser Vermieter später eine Dreieinhalbzimmer-Wohnung in den örtlichen Kleinanzeigen an. Der Gauner hatte den Kellerraum einfach dazugerechnet. Wir hatten uns noch gefragt, wo denn bitte das halbe Zimmer sein sollte. Einer der Vorteile der neuen Bleibe war auch der riesige, überdachte Balkon über die komplette Breite des Wohnzimmers. Diesen nutzten wir ausgiebig als eine Art zusätzliches Esszimmer, sofern die Außentemperatur es zuließ.

Jahrelang hatte ich mich geweigert, mir die teuren Comic-Short-Boxen zur Aufbewahrung zuzulegen. Mittlerweile kam ich nicht mehr drumherum. Im Nuff-Keller baute ich eine Regalwand, die genau darauf abgestimmt war. Diese bestand aus mehreren Regal-Bausätzen, die ich so miteinander verschraubte, dass sie in sich stabil blieben und schwere Papierlasten aufnehmen konnten, ohne durchzuhängen. Das war nicht im Sinne des Erfinders, aber funktionierte bestens. Die einzelnen Regalböden setzte ich um 90 Grad gedreht ein und benötigte nur zwei Drittel der mitgelieferten Schrauben. Nichts für den Normalgebrauch, aber perfekt für meine Zwecke.

So waren die Comics ausgelagert und ich hatte gleichzeitig einen Rückzugsort, wo ich mich ausschließlich mit dem Machen des Fanzines beschäftigen konnte.

Teil 29
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Samstag, 9. Februar 2019

Wie alles begann… Raus aus der Falle und gleich wieder rein

Teil 27 - vorübergehend ausgehartzt
Im zweiten Nuff-Jahr kam ich mit meiner heutigen Ehefrau zusammen. Und die besorgte dem gesunden jungen Mann, der ich war, erstmal einen Job. Zwar nicht als Grafiker, aber immerhin bezahlte Arbeit ohne staatliche Unterstützung. So arbeitete ich im selben Betrieb wie meine Frau. Sie als Assistentin der Geschäftsleitung in der Chefetage, ich im Tiefparterre in der Produktion.

Beim Vorstellungsgespräch wurde mir von den Chefs eine Befristung auf zwölf Monate versprochen. Warum sie mir bei der Einstellung kurz darauf stattdessen einen Sechsmonatsvertrag vorlegten, konnte ich nicht nachvollziehen. Trotzdem unterschrieb ich, schließlich wollte ich raus aus der Hartz 4-Falle. Fortan baute ich nach technischen Zeichnungen pneumatisch-elektronische Versuchsstationen für angehende Mechatroniker. Klingt kompliziert? War es die ersten sechs bis acht Wochen auch.

Bezahlt wurde nach gefertigten Stück. Auf Tempo kam ich erst im dritten Monat, die ersten beiden mit Grundlohn fielen sehr karg aus. Immerhin konnte ich meinen VW Golf zuhause stehen lassen und mit meiner neuen "Arbeitskollegin" mitfahren. Das ersparte schonmal die Spritkosten. Während mein Verdienst stieg, mokierten die alteingesessenen Kollegen in der Produktion, dass man in diesem Betrieb zu wenig verdienen würde.

Ich hätte wohl besser meine Klappe gehalten, denn ich war zufrieden. Stolz nannte ich die Stückzahl, die ich im vergangenen Monat gefertigt hatte. Den Rest konnten sich die missmutigen Kollegen ausrechnen. Nach dem Motto, der macht uns den Akkordlohn kaputt, sorgte die etablierte Mannschaft dafür, dass mein Vertrag nach den sechs Monaten nicht verlängert wurde. Die damalige Personalchefin steckte meiner Frau noch, dass die "Alten" da etwas gesagt hätten.

Mann, war ich sauer. Zurück zur Peter Hartz-Gemeinde, das waren die Aussichten. Denn Arbeitslosengeld gab es erst nach zwölf Monaten Beschäftigung. Als Grund nannten die Chefs, dass ich als gelernter Mediengestalter kreativ unterfordert gewesen sei und sie deshalb befürchteten, ich könnte mich wegbewerben. Eine völlig falsche Denke. Ich hatte einen mittlerweile gut bezahlten Job von morgens 7 Uhr bis ca. 15:30 Uhr und war zufrieden. Auf die Idee, mich als Grafiker wegzubewerben kam ich gar nicht.

Denn grafisch tobte ich mich in meiner Freizeit aus. Die war zwar deutlich weniger geworden durch Job und Beziehung, aber durch die Vorproduktion lagen Das sagte Nuff! Nr. 5 und 6 bereits fertig in digitaler Form vor. Es fehlten nur "Kleinigkeiten" wie Anzeigen oder ähnliches. Das war kein Problem.

Wie lange ich wieder Kunde der Jobbörse, das ist die schönere Bezeichnung für "Sozialamt" wurde, weiß ich heute nicht mehr. Ich schätze, es waren weniger als zwei Monate. In der Vergangenheit hatte ich immer wieder als "Ferienhelfer" in einer diakonischen Behinderteneinrichtung gearbeitet. Das war damals noch gut bezahlt, aber auf maximal 2-3 Monate befristet. Also bewarb ich mich dort und mit Hilfe eines Freundes war ich schnell für den Gruppendienst eingeteilt.

Da die Diakonie eigene Regeln hat, man muss sich das wie eine abgelegene Insel vorstellen, hatte ich als ungelernte Kraft durch Einweisungsseminare und dazugehörige Zertifikate schnell eine Art Personenbeförderungsschein für Fahrzeuge bis 7,5 t, also Kleinbusse, durfte Medikamente verabreichen und bei Diabetikern sogar Insulin spritzen. "Draußen" in der normalen Welt undenkbar.

Durch geteilte Dienste mit bis zu drei Stunden oder mehr Mittagspause und Betreuung an den Wochenenden wurde meine Freizeit allerdings richtig knapp. Das sagte Nuff! Nr. 7 und 8 entstanden deshalb in "Nachtschicht". Und ausgerechnet die 7. Ausgabe bedurfte einer immensen Arbeit bis sie druckreif war. Viele Leser sehen diese Nummer als das Highlight der Serie an. Ich selbst bin besonders stolz auf den über zwei Seiten verteilten Hulk, gezeichnet von Todd McFarlane. Da war ich mir nicht sicher, ob es klappt, dass er so zwischen den Seiten hervorlugt, wie er es tut.

Teil 28
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Donnerstag, 7. Februar 2019

Wie alles begann… Grenzwertiges

Teil 26 - Zahlen und Inhalte
Kaufverhalten lässt sich schwer ergründen und ist manchmal nicht nachzuvollziehen. Nicht umsonst gibt es einen ganzen Branchenzweig, der Marktforschung betreibt. Mir ist zum Beispiel völlig schleierhaft, warum sich Das sagte Nuff! Nr. 4 so gut verkauft hat, während von anderen Nummern weit weniger Exemplare unter die Leute gingen. Dass sich eine Nr. 1 öfter verkaufen lässt als höher nummerierte Ausgaben ist normal, bei einer Nachauflage mit Variant sowieso. Das sagte Nuff! Nr. 2 lief ebenfalls bestens.

Bei Nr. 3 und 5 mag es an den behandelten Themen gelegen haben, dass der Umsatz zurückging. Aber, was bitteschön machte das Rächer-Heft so besonders? Im Vergleich zu den Fantastischen Vier habe ich das Heldenteam der Avengers fast abgekanzelt und die nahezu immergleiche Handlung auf das Minimum heruntergebrochen. War das Cover so toll und einladend? Klar, sieht Vision in der Nuff-Version wirklich gut aus. Aber ist das ein ausschlaggebendes Kaufargument?

Auch bei der Nr. 6 mit Spider-Man, von der ich dachte, sie würde laufen, lagen die Verkaufszahlen vergleichsweise im Mittelmaß. Vielleicht war die anfängliche Begeisterung des Publikums im dritten Jahr nicht mehr so groß. Für Euphorie bei den Lesern sorgte die Nr. 7. Allerdings macht der Teil der Hardcore-Sammelband-Sammler nur ein Minimum der Fan- und Sammlerszene aus. Schwierig, das alles einzuschätzen. Nach Ausgabe 8 drohten jedenfalls die Finanzmittel zur Neige zu gehen.

Der Vertrieb und einer der größten Comic-Versandhändler Deutschlands nahmen zwar jeweils 100 Exemplare pro neuer Nummer sicher ab, aber das zum Großhandelspreis. Unterm Strich blieb da nicht wirklich viel übrig. Der Trend ging weg von den Einzel- und Kleinmengenbestellungen direkt vom Hersteller, also mir, hin zu Bestellungen durch Händler beim Vertrieb. Und Sammler kauften ihre Hefte einfach bei der Comic-Lieferung aus dem großen Versandkatalog mit. Das war deutlich zu spüren.

Crowd-Funding war zu diesem Zeitpunkt neu und aktuell. Überall wurde zum Spenden aufgerufen. Wieso sollte ich das nicht auch versuchen? Also legte ich Das sagte Nuff! Nr. 9 einen Überweisungsschein bei. Praktisch, da der Faksimile-Nachdruck der ersten Sprechblase, bzw. deren Vorläufer, im Gedenken an den kurz zuvor verstorbenen Norbert Hethke, ebenfalls beilag. Das kurbelte das Geschäft zwar nicht riesig an, sorgte aber dafür, dass auch Nicht-Marvel-Sammler der Lehning-Generation das Heft kauften. Ob sie es lasen, sei mal dahingestellt.

Im Endeffekt war das Vereinskonto wieder etwas voller und die Produktion bis zu Das sagte Nuff! Nr. 12 gesichert, vorausgesetzt die Zahlen für 10 und 11 blieben stabil. Den Sprechblase-Nachdruck zu erstellen, stellte sich schwerer heraus als gedacht. Ich glaube, dass die Vorlage, die Jörg besorgt hatte, bereits die Kopie eines Originals war. Vielleicht auch nicht, denn wer weiß schon, wie Hethke seine Verkaufsliste anno 1976 hergestellt und fotokopiert hat? Jedenfalls musste ich die Bilder entzerren und einige Buchstaben austauschen. Dabei ging auf der letzten Seite ein "e" verloren, von dem ich bis vor dem Nachsehen gerade eben immer dachte, es wäre ein kleines "a" gewesen. Aber, ich muss sagen, die Druckqualität der "Sammlerauflage 2008" ist weit besser als ich sie in Erinnerung hatte.


Völlig vergessen hatte ich eine der ersten Beilagen der Premium-Abonnements, die ich "Förder-Abo" nannte. Für etwas mehr Geld gab es auch etwas mehr Nuff-Material. Und das exklusiv. Das Spinne-Piccolo-Heft. Mit dem Abdruck der Spider-Man Probe-Zeitungsstrips in Das sagte Nuff! Nr. 8 in der korrekten Reihenfolge und mit deutscher Übersetzung, hatte ich das Thema abgehakt. Zu den Anfangszeiten im Jahr 2005 sah das anders aus.

Der Williams Verlag hatte einen der Probestrips von Stan Lee und John Romita auf einer Redaktionsseite abgedruckt. Ich konnte das chronologisch nie einordnen, zumal Gwen Stacy dort zu sehen war. Zufällig las ich irgendwo, dass die Probestrips in Marvel Tales #81 nachgedruckt worden waren. Auf drei Seiten ganze fünf Stück. Der vorausgehende Streifen war genau der, den Williams zusammen mit dem MMT-Portrait von John Romita sr, abgedruckt hatte.

Ich glaube, dass ich die Farbe aus dem Marvel Tales-Heft aufwändig entfernte. Es ging aber einigermaßen, da die Streifen querformatig und relativ groß waren. Zusammen mit dem Williams-Material hatte ich sechs Strips vorliegen. Mehr gab es meines Wissens zu diesem Zeitpunkt nicht. Dass ich ausgerechnet Marvel Tales #81 bei keinem deutschen Händler in der Liste fand, ist eigentlich logisch. So musste ich ein Heft, das in passablem Zustand immer noch für unter 5 US-Dollar gehandelt wird, teuer importieren und auf die Lieferung warten.

Im Inhalt war Amazing Spider-Man #103 abgedruckt und Gil Kane hatte ein neues Titelbild für den Nachdruck gezeichnet. Mit Sicherheit habe ich das auch gescannt, dürfte aber bei einem Festplattencrash verloren gegangen sein. Oder es befindet sich in einem der großen Stapel von CD-Rs, mit denen ich früher Datensicherung betrieb. Aber bei 700 MB pro Scheibe alles zu durchforsten, erspare ich mir lieber.

Jedenfalls bastelte ich aus den sechs Strips ein Piccolo-Heft. Im Inhalt stellte ich jeweils den Strip dem Text mit der Übersetzung gegenüber. Auf der Rückseite noch ein Gag wegen des Copyrights eingebaut und die Beilage war fertig. Im Copy-Shop war ich erstaunt, wie vergleichsweise günstig der Preis für so ein einzelnes Streifenheftchen in der Herstellung ausfiel. Da war ich von den Bootlegs und Nuff-Prototypen anderes gewohnt. Und ich dachte mir, Walter Lehning muss seinerzeit ein Vermögen verdient haben mit seinen Comics im Mini-Format.

In Sammlerkreisen bleibt selten etwas geheim. So hatte ich auch schnell diverse Anfragen nach dem Spinne-Piccolo. Ein Piccolo-Komplettsammler rief mich aufgeregt an und bot mir eine Summe, bei der ich nicht Nein sagen konnte. Nein, kein Vermögen, aber inklusive Versand knapp über 20 EUR bei Einzel-Herstellungskosten von ca. 1,50 EUR ist schon was. Der Aufwand für die Digitalisierung und Verarbeitung in der Druckvorstufe ist da natürlich nicht mitgerechnet.


Marvelmania #4 muss ich wohl auch irgendwann aus dem Keller der Sammlerecke für kleines Geld mitgenommen haben. Das Originalheft mit den abgedruckten Probestrips besitze ich nicht mehr und ich bin mir sicher, dass ich es (vermutlich auf einer Comic-Börse) auch für wenig Bares weitergegeben habe. Wenn ich mir die Preise im Internet heute anschaue, hätte ich das wohl besser nicht gemacht. Der gestochen scharfe Abdruck diente als Vorlage für den Beitrag in Das sagte Nuff! Nr. 8. Noch besser wäre zusätzlich Marvelmania #3 gewesen, aber die 4 war das einzige Heft der Fanzine-Reihe, das je durch meine Hände ging.

Teil 27
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Wie alles begann… Karl Kent ist Superman

Teil 25 - Defective Comics
Mein Verhältnis zu DC ist zwiespältig. Während heute alles ein Superhelden-Einheitsbrei ist, egal aus welchem Universum, standen DC-Comics in der Vergangenheit stets für ein sauberes, ja fast spießiges Image. Ich meine, Daredevil kommt aus Hell's Kitchen in New York, schlimmer kann man wohl kaum aufwachsen. Bruce Wayne dagegen gehört zur High Society des fiktiven Gotham. Gut, Marvel hat Tony Stark, aber der hatte immerhin ein Alkoholproblem. Und Superman? Wächst auf dem Land auf, so richtig idyllisch bei den Kents. Peter Parker dagegen plagen stets Geldsorgen und das schlechte Gewissen wegen des Tods seines Onkels.

Und wenn ich mir eine dicke Brille aufsetze und die Schmalzlocke nach hinten kämme, erkennt mich keiner? Das Riesen-Cape unter dem Anzug wirft keine Falten und es hat auch noch nie jemand bemerkt? Also echt, ihr wollt mich verarschen, oder? Noch schlimmer als der aalglatte Supie waren nur die Abenteuer seines Hunds Krypto. Disneys Super-Goof lässt grüßen.

Okay, vielleicht war es nicht ganz so schlecht. Aber ich gehörte zu den Lesern, die den Superman-Teil von Ehapas Superman/Batman immer vorgeblättert haben, um die Abenteuer des Fledermausmanns aus den Federn von Neal Adams oder Jim Aparo zu verschlingen. Die hatten es in sich. Curt Swans Zeichnungen waren mir einfach zu steril und immer gleich. Ein gutes Niveau zwar, aber nie weniger und vor allem nicht mehr. Carmine Infantinos Roter Blitz gefiel mir auch gut. Die Grüne Laterne allerdings nur von Williams und dem bsv in den Top Comics. Vor allem die Stories mit dem Grünen Pfeil waren erstklassig. Bei Ehapa kamen die beiden nie so zur Geltung, fand ich.

DCs Horror dagegen wird immer einen besonderen Stellenwert bei mir innehaben. Konnte sich die Truppe der philippinischen Künstler hier doch voll austoben. Es ist schwierig, einen Trennstrich zu ziehen, da sowohl der bsv als auch Williams verkappte DC-Unternehmen waren, die Marvel Comics nur nebenbei vertrieben.


Als Superhelden-Fan kommt man am Stählernen nicht vorbei. Und spätestens mit dem überformatigen "Superman gegen Super-Spider" ist man gefangen und fasziniert. Mary Jane, Peter Parker und Doc Ock bei Ehapa, zusammen mit Lex Luthor, Lois Lane und Clark Kent. Wie geil ist das bitteschön? Trotzdem, DCs sauberes Image auf dem Glanzpapier von Ehapa im Kupfertiefdruck. Dagegen Stories aus New York, problembelastete Helden, ja Außenseiter der Gesellschaft und das auf dem holzhaltigen Papier des Williams Verlags. Was ist jetzt kultiger?

Stan Lees einzigartiger Humor und seine Großspurigkeit tun ein Übriges. Da kann DC einfach nicht mithalten. Trotzdem hatte ich von Anfang an eine Nuff-Sonderausgabe als "DC-Special" geplant, falls das Magazin auf mehr als drei Nummern kommt. Zum einjährigen Jubiläum und Das sagte Nuff! Nr. 5 war es dann soweit. Die Abos sorgten dafür, dass genügend Exemplare im Vorfeld bezahlt waren. Denn im freien Verkauf hätte die Spezial-Ausgabe keinen oder kaum Gewinn erwirtschaftet.

Wichtig waren mir neben den DC-Horror Serien auch die Anfänge von Supermann in Deutschland. Vor allem die 50er Jahre bei den Verlagen Hallwag (Verlag Supermann) und Aller. Eigentlich möchte ich aber die Story zum Cover der DC-Spezialausgabe erzählen. Ich hatte die Vorstellung davon genau im Kopf und schusterte auf die Schnelle einen Grobentwurf aus dem Superman von Williams' Shazam Nr. 1 und dem 100 Seiten Horror-Sammelband zusammen, klatschte das Nuff-Logo drauf und fertig. Natürlich nicht koloriert und ohne jegliche Ausarbeitung von Feinheiten.


Jörg gefiel das gar nicht. Er konnte sich das Endprodukt einfach nicht vorstellen. Egal, ich färbte den oberen Teil des Sammelbandmotivs schwarz ein, haute kräftig Kontrast in die bestehenden Farben, malte vorne eine Art Bühnenbrett und oben die Verlängerung des Vorhangs per Hand hinzu und setzte einen Scan meines Scribbles digital ein. Supie und Vorhang kolorierte Daniel Gramsch. Noch einen Zensiert-Balken über das "Marvel" im Titel, einen Verlauf und "Spezialausgabe" über den Theaterboden und ab dafür. Das finished product änderte Jörgs Meinung um 180 Grad.

Teil 26
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Wie alles begann… Tim in Tibet und anderswo

Teil 24 - Die Spürnase
Ein Freak, das bin ich wenn es darum geht, Material aufzuspüren, das sau-selten oder superschwer zu bekommen ist. Aber es muss bezahlbar sein. Suchmaschinen benutze ich auf meine ganz eigene Art, die vermutlich keiner nachvollziehen kann. Auch auf Internetverkaufsplattformen bin ich anders unterwegs als Otto Normalkäufer.

"Monster des Monats" aus der Williams-Schmiede? Abgehakt. "Luther's Grusel Magazin" mit mehrseitigem Stan Lee Interview von 1972/73? Kein Problem. Daredevil #58, vom bsv ausgelassen? Muss ich haben. Marvel Super Heroes #12 und 13 mit der Origin von Captain Marvel? In den USA kaum bezahlbar? Wie wäre es dann z.B. in Kanada? Hulk Pocket Books? Australien. "Iron Man And Sub-Mariner" gab es 1968 als Einzelausgabe zum Ende von Tales Of Suspense und Tales To Astonish, bevor diese in die Einzelserien übergingen? Brauch' ich, krieg' ich. 84 Einzelseiten überformatiger britischer Asterix? Was die Insel nicht bietet, haben die ehemaligen Kolonien Australien und Neuseeland.

Das alles geht natürlich nicht ohne Geduld und Aufwand. Ein Bekannter meiner Schwester wollte unbedingt die ersten zwei Bände einer vergriffenen Carlsen-Reihe. Den Titel weiß ich nicht mehr. Nach spätestens zwei Tagen hatte ich einen Händler gefunden, der die Teile entweder zum Original-Verkaufspreis oder mit minimalem Aufschlag anbot. Auf diesen Bekannten werde ich später nochmal zurückkommen.


Ein schönes Gefühl ist es auch, wenn man etwas Kapital aus solchen Suchaktionen schlagen kann. Im November 2016 ging die Farbfaksimile-Ausgabe von "Tim in Tibet" bei Ebay durch die Decke. Das Ding erschien im Jahr 2011 bei Carlsen und wurde auf irgendeinem Kongress der tibetanischen Botschaft o.ä. verteilt. Das sorgte dafür, dass diese Nummer entweder schwer oder nur sündhaft teuer verfügbar ist. Es konnte nicht angehen, dass ich das Teil nicht kriege. Nicht, dass mich der Inhalt oder der Comic an sich interessierte. Nein, es war der Reiz der Jagd.

Und tatsächlich wurde ich fündig, bei Amazon Frankreich. Eingestellt von Momox (Medimops) ohne Zustandsbeschreibung. 26 EUR auf Verdacht investiert, innerhalb einer Woche knapp 60 EUR Gewinn gemacht. So muss das Laufen. Re-Investiert habe ich dann in Softcover von Marvel Masterworks, weil ich diese inzwischen eingestellte Edition einfach am geilsten finde. Momox hat übrigens von Leipzig aus versendet, obwohl Amazon die Auslandsversandkostenpauschale berechnete.

Der Bekannte meiner Schwester hatte vier Jahre lang beim Dino Verlag bzw. bei Panini gearbeitet und jeden Monat fleißig seine Freiexemplare mit nach Hause genommen. Mit dem Wechsel des Arbeitsplatzes stand auch ein Umzug an, wenn ich es noch recht in Erinnerung habe. Jedenfalls wollte er sämtliche angesammelten Tradepaperbacks, Hardcover und einige Anime-DVDs loswerden. Er bot mir an, dass ich die Ware auf Kommission mitnehmen könne und wir uns den Erlös teilen.

Perfekter Deal. Bis auf Cross Cults "The Walking Dead" war fast alles ungelesen und teilweise noch verschweißt. Manches war bereits verlagsvergriffen gemeldet und ich war durch die Nuff-Sache ohnehin auf nahegelegen Börsen wie Leonberg, Karlsruhe, Stuttgart und Ulm unterwegs. Und Ebay gab es ja auch noch. Eine gefühlte Tonne Ware per Sackkarre in den dritten Stock verfrachtet, brachte mir erstmal Kreuzschmerzen ein.

Auf den Börsen wurde ich dann regelrecht überrannt. Klar, ich hatte ja nichts für die Sachen bezahlt und konnte nach meinem Gutdünken verlangen, was ich wollte. Das Ziel war, möglichst nichts wieder einpacken zu müssen. Was durch großzügige Rabatte auch nahezu funktionierte. Es ist schlimm mitanzusehen, wie die meisten Comic-Händler nach den Börsen ungefähr genauso viel Zeug wieder in ihre Fahrzeuge laden, wie sie am morgen ausgeladen hatten. Das kann doch keinen Spaß machen.

Schlimm sind auch die Begeisterten, die sich nicht im Zaum halten können. Wie bei der Veröffentlichung der FV-Comicseiten im Magazin und dem anschließenden Posting im Panini-Forum, das solche Aktionen zukünftig ausschloss, rannte ein Kunde mit einem verschweißten Hardcover-Band zu Frieder Maiers Stand und verkündete stolz, dass er nur ein Minimum des Preises bezahlt hätte, den die Sammlerecke verlangt. Deutlich hörte ich im Ohrenwinkel, wie Frieder meinte, dass die Ware dann geklaut sein müsse.


Nein, war sie nicht. Obwohl es das im großen Stil tatsächlich gibt. Da wird beispielsweise bei der polnischen oder tschechischen Druckerei gerne Mal eine Palette Ehapa-Alben mehr gedruckt als vom Verlag geordert. Und von den Abläufen zu Modern Graphics-Zeiten, ehe Panini die Notbremse zog und den Vertrieb wechselte, möchte ich gar nicht reden. Viel Material, das vernichtet werden soll, taucht immer wieder auf Umwegen in Sammlerkreisen auf. Vom "nackten" Supergirl-Variant, eigentlich limitiert und nummeriert, haben Intercomic-Tommi und ich mindestens drei oder vier Exemplare ohne Nummer in die USA verscherbelt. Und Ex-Ehapa-Mann Anton kann ein Lied von der Papierfabrik singen, deren Mitarbeiter in den 1980er Jahren massenweiße Alben und Taschenbücher nicht dem Kreislauf der Neupapiergewinnung zuführten.

Teil 25
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Mittwoch, 6. Februar 2019

Wie alles begann… Bitte einmal täglich

Teil 23 - Spider-Man kann doch jeder!
Lange war es unheimlich schwer, Spider-Man Zeitungsstrips in Deutschland aufzutreiben. Die Amis hatten genau drei Sammelbände, die ich irgendwann mal im hintersten Winkel der Sammlerecke entdeckt hatte. Zum einen die Pocket Books vom Verlag Simon & Schuster. Abgesehen vom Taschenbuchformat und dem damit verbundenen merkwürdigen Layout, waren die beiden Bände richtig schön gemacht und stimmig koloriert. Und das obwohl die Daily Strips in den Tageszeitungen schwarzweiß erschienen.

Da kein Heftformat, tauchen die Teile von 1980 in keinem US-Preiskatalog auf. Lediglich auf einer Spider-Man Fan-Website wurden sie mit je 50 Dollar gelistet. Was hatte ich gezahlt? Weniger als 10 EUR für beide? Ich liebte den Stapel, den die Sammlerecke-Mitarbeiter nicht einordnen konnten. Was kam da nicht schon alles zum Vorschein. Neben kanadischen Héritage Marvels auch das Ballantine Book "The Best Of Spider-Man", zwar mit großem Kaffeefleck auf dem Cover, aber Spider-Man Strips im Inhalt. Als dritte Quelle entpuppte sich das Magazin "Comics Review" (später "Comics Revue"), von dem in Esslingen in der sortierten Abteilung ein paar Ausgaben vorrätig waren. Meine anderen musste ich in den USA bestellen.

Trotz allem, keine große Ausbeute. Denn, wer hatte schon tägliche Zeitungsschnipsel gesammelt, und dann auch noch auf Englisch? ...die Italiener. In den Magazinen Eureka und Bhang erschienen die gesammelten Tagesstreifen und entfärbten Sonntags-Halbseiten (auf italienisch). Die Spidey-Strips gab es sogar in Alben-Form mit exklusiv für diese Edition gezeichneten Titelbildern von John Romita sr.


Das waren Grund und Grundlage dafür, dass die beiden "Spider-Man Gesamtausgaben" zuerst in Europa erschienen, da Panini im Heimatland Zugriff auf die Strips hatte. Die erste englische Version folgte bei Titan Books und war eigentlich UK-basiert. Dort setzte man den Ursprungstext mit Maschinenlettering, das aussah wie Handschrift, in das Tradepaperback und damit zum ersten Mal im Comic-formatigen "current size".

Die US-Herausgeber zogen mit zwei Editionen nach, bei denen der Originaltext und die Farbe der Sonntagsseiten restauriert worden waren. Einmal bei Marvel, und einmal aufwändiger und für den Sammler mit dem größeren Geldbeutel bei IDW Publishing. Spätestens ab 2007 war es also ein Leichtes, an Spider-Man aus der Zeitung heranzukommen.

Selbst die Zeitungscomics von Marvels Conan gab es als Sammelband von Dark Horse. In Bhang und Eureka lief neben anderen Newspaper-Klassikern auch der Hulk im Daily-Format. US-Quellen dazu? Keine Chance! Das einzige, was ab und an auftaucht, ist das erste schwarzweiße Pocket Book von Tempo Books. Und obwohl auf dem Sammlermarkt teuer, noch die preisgünstigste von insgesamt fünf Nummern. Wie es sich nach langer, eingehender Recherche herausstellte.


Damit hatte ich ein neues Jagdobjekt, nach dem ich Ausschau hielt. Insbesondere die Auflage der Taschenbücher #3-5 scheint so klein, dass sie kaum aufzutreiben sind. Meine Nr. 5 importierte ich aus Australien, die Nr. 3 aus Kanada, da beides in den USA nicht verfügbar, oder nicht unter 100 Dollar pro Band.

Beim Vergleich mit den italienischen Sammelbänden fiel auf, wieviel Tempo Books weggeschnibbelt hatte. Sämtliche Credits und Copyright-Hinweise waren entfernt worden und gleichzeitig Panels zurechtgestutzt. Auch fehlten ganze Tagesstrips und die Reihenfolge der Geschichten stimmte nicht. Zwar liefen die Strips in vielen US-Zeitungen parallel zur Erstausstrahlung der Hulk-TV Serie mit Lou Ferrigno und Bill Bixby, aber wer hatte das ab Ende der 1970er Jahre aufbewahrt, geschweige denn gesammelt?


Eine Ebay-Auktion mit Hulk-Tagesstreifen hatte ich zwar einmal entdeckt, aber der Anbieter verschickte nicht ins Ausland. Bis ich einen Kontakt in den Staaten aufgetrieben hatte, war das Zeugs weg, da eine Sofort-Kaufen Option bestand. Mein Fazit nach jahrelanger Beobachtung ist, dass man für Geld zwar an die bunten Sonntags-Halbseiten kommt, nicht aber an die schwarzweißen Tagesstreifen.

Die Präsentation mit fünf Tagesstreifen und einer Sonntags-Halbseite pro Woche ist zudem problematisch. Titan Books hat die Streifen zu sehr verkleinert und zu viele auf einer Seite platziert. Bei den italienischen Spider-Man Alben ist der Abstand zwischen den "Zeilen" zu groß, aber das A4-Format lässt mehr Spielraum.

Die Lösung ist, die Einleitungsstreifen mitzunehmen. Das sind Panels ohne Bedeutung, die jede Tageszeitung nach Gutdünken entfernen oder stehen lassen kann, je nach Platz, der dem Strip zugeteilt wird. Bei Hulk sind diese ohne Text, bei anderen Dailies, wie z.B. Redeye, besser bekannt als "Häuptling Feuerauge" aus Zack, nicht.


Der "Bootlegger" bastelte also zwei Din A4-Hefte mit den ersten beiden, in akribischer Kleinarbeit aus diversem Material, restaurierten Hulk-Strip Geschichten, für sich selbst. Aus Zeitmangel existiert von der dritten Ausgabe nur ein Titelbild.

Der Blog zum Zeitungs-Hulk (englischsprachig)

Teil 24
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