Die Back Widow-Anthologie
Natasha Romanoff ist nicht erst seit ihrer Leinwandverkörperung durch Scarlett Johansson bekannt. Die Rächerin war zunächst eine russische Spionin und Widersacherin von Iron Man. Sexy wurde sie erst, als John Romita sr. sie in ein hautenges schwarzes Kostüm zwängte. So geschehen im Jahr 1970 in Amazing Spider-Man #86.
Dieser Tage erschien der nächste Marvel-Anthologie Band im schwarzen Überformat und kann sich neben denen von Deadpool, Spider-Man, Thor, Avengers, X-Men, Stan Lee, Captain Marvel, Iron Man und Captain America im Regal einreihen. Damit sind inzwischen zehn Bände erschienen, die ein gutes Gesamtbild abgeben.
Die Zusammenstellung reicht diesmal von 1964 (Tales Of Suspense #52) mit Black Widows erstem Auftritt in einer Iron Man-Story bis zur relativ aktuellen zwölfteiligen Black Widow-Reihe von 2016/17.
Für Marvel-Klassiker Fans sind folgende Stories interessant:
- Tales Of Suspense #52
(erschienen auch in Williams Die Rächer Nr. 47 und 48, sowie als Einzelheft in einem der Panini-Jubiläumspacks aus dem Jahr 2000 und in Hachettes Superhelden Sammlung Bd. 13)
- Amazing Spider-Man #86
(erschienen auch als Die Spinne Nr. 87 von Williams, im Spider-Man komplett Jahresschuber 8 und in Hachettes Superhelden Sammlung Bd. 13)
- Daredevil #81, 90 und 91
(1971/72)
- Marvel Team-Up #83-85
(1979)
Außerdem im Inhalt:
- Bizarre Adventures #25 (1981)
- Marvel Fanfare Vol. 2 #10 (1983)
- Black Widow 1 #1 (1999, Marvel Knights)
- Black Widow #1 (2004)
- Secret Avengers #20 (2012)
- All-New Marvel Now Point One #1 (2014)
- Black Widow #1 (2014)
- Black Widow #3 (2016)
Die Highlights für mich sind natürlich die drei bislang auf Deutsch unveröffentlichten Daredevil-Ausgaben von Gerry Conway und Gene Colan. Leider sind die Originaltitelbilder in den Anthologie-Bänden nur verkleinert abgebildet. Da Daredevil #81 noch zu Zeiten des bsv-Druckverbunds erschien, gibt es aber immerhin eine niederländische Version. Ein farbiges Hit Comics-Heft hätte bei einer Weiterführung der deutschen Reihe (Hit Comics - Der Dämon Nr. 1-4) folgendermaßen aussehen können…
Bei Amazing Spider-Man #86 ist zu begrüßen, dass nicht mehr die unzureichende Farbvorlage aus der Spider-Man komplett Schuber-Reihe verwendet wurde. Das grobe Druckraster war damals echt heftig und sah keinesfalls schön aus. Es wirkte wie von einer US-Pocket-Ausgabe hochgezogen, was mangels Vorlage durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Schade, dass man nicht noch Daredevil #83 mit in die Anthologie integriert hat, denn auch dafür steuerte John Romita sr. ein Cover mit einer Black Widow im engen Latex-Kostüm bei.
Auch die drei Marvel Team-Ups kommen endlich im unverkleinerten Format. Diese waren auf Deutsch bisher nur in Die Spinne Taschenbuch Nr. 17 des Condor Verlags erhältlich. Dafür gab es aber immerhin die Vorgeschichte, ebenfalls mit der "Schwarzen Witwe" aus Marvel Team-Up #82 und einen dreiseitigen Sachartikel von Hajo F. Breuer dazu.
Insgesamt bietet die Black Widow-Anthologie also Einiges, nicht nur für Fans des klassischen Marvel-Stoffs. Wieder ein neues Puzzle-Teil dass die Lücken im Gesamtmotiv der deutschen Marvel Comics etwas kleiner macht. Deshalb auch hier meine Kaufempfehlung!
Mittwoch, 29. April 2020
Donnerstag, 23. April 2020
Was wäre wenn... Der Silber-Stürmer
Als Reinhard Mordek und sein Team im Januar 1974 mit sieben Marvel-Titeln loslegten, wurden die hinteren Seiten der Williams-Hefte mit Zweithelden aufgefüllt. Darunter "Prinz Namor" in Die Spinne, "Der Dämon" in Die Fantastischen Vier, "Captain Marvel" in Die Rächer, das "X-Team" in Hulk und der "Silber-Stürmer" in den Thor-Heften. Da die Hauptstories meist 20 Seiten umfassten, erschienen die anderen Helden aufgeteilt in Fortsetzungen. Für deren Einleitungen dienten oft die Original-Covermotive als Hintergrund. In Thor und Rächer Nr. 1 sah es sogar so aus als ob Captain Marvel und der Silver Surfer "richtige" Hefte wären. So kam es z.B. vor einigen Jahren zu einer Internetauktion, bei der ein Rächer-Heft ohne Umschlag anders zusammengelegt wurde und es aussah, als wäre ein deutsches Captain Marvel Nr. 1 zu ersteigern. Und in Hulk Nr. 2 wurde bei den X-Men unter der Nummer im Signet ein Verkaufspreis von 1,20 DM abgedruckt... mitten im Heft.
Was wäre nun, wenn der Silber-Stürmer als Hauptheld erschienen wäre? Reinhard Mordeks Frau Ursula hatte grafisch vorgelegt, so dass in Thor 1-3 derselbe Schriftzug zum Einsatz kam, gepaart mit dem US-Originalcover, einem vergrößerten Bildausschnitt aus der Story und einer Splashpage. Für Silver Surfer #2 wurde die Eröffnungsseite des zweiten Teils an anderer Stelle platziert und kein Original-Covermotiv abgedruckt. Bis zur Einstellung der Thor-Reihe mit der Nummer 33 folgten die Motive von Silver Surfer #3 bis #11 in sehr unterschiedlicher Qualität und jedes Mal mit neu gezeichnetem Silber-Stürmer-Schriftzug.
Im What If?-Marvel-Fan-Universum könnten die Hefte des "Silberstürmers" vielleicht aussehen wie hier dargestellt. Die eingesetzten Titel und Elemente stammen aus Williams-Heften, die u.a. von Marlies Gerson, Christa Manner, Ursula Mordek und Clemens Raschke als Grafiker und Letterern/innen bearbeitet wurden.
Was wäre nun, wenn der Silber-Stürmer als Hauptheld erschienen wäre? Reinhard Mordeks Frau Ursula hatte grafisch vorgelegt, so dass in Thor 1-3 derselbe Schriftzug zum Einsatz kam, gepaart mit dem US-Originalcover, einem vergrößerten Bildausschnitt aus der Story und einer Splashpage. Für Silver Surfer #2 wurde die Eröffnungsseite des zweiten Teils an anderer Stelle platziert und kein Original-Covermotiv abgedruckt. Bis zur Einstellung der Thor-Reihe mit der Nummer 33 folgten die Motive von Silver Surfer #3 bis #11 in sehr unterschiedlicher Qualität und jedes Mal mit neu gezeichnetem Silber-Stürmer-Schriftzug.
Im What If?-Marvel-Fan-Universum könnten die Hefte des "Silberstürmers" vielleicht aussehen wie hier dargestellt. Die eingesetzten Titel und Elemente stammen aus Williams-Heften, die u.a. von Marlies Gerson, Christa Manner, Ursula Mordek und Clemens Raschke als Grafiker und Letterern/innen bearbeitet wurden.
Montag, 13. April 2020
More Williams-Style THOR
Da Hachette im Classic-Band XIII die Grautöne bei den THOR-Titelbildern im Innenteil weggelassen hat (und dadurch z.B. Thors Hammer weiß dargestellt ist), war es bis jetzt nicht möglich, weitere Cover im Williams-Stil zu gestalten. Denn auch im Messe-Band "Thor und der lebende Planet" wurden nicht alle Originalmotive abgebildet. Inzwischen konnte ich andere Vorlagen entsprechend überarbeiten. Deshalb kommen hier ein paar weitere "wie hätte es aussehen können"-Titel, von denen es bislang keine Bilder gab. Die Stories erschienen alle auf deutsch, entweder beim bsv innerhalb der Hit Comics oder bei Condor in den Spinne-Heften und in der Reihe Marvel Comic-Sonderheft.
Montag, 30. März 2020
THOR von Walt Simonson
Will man den Thor-Run von Walt Simonson (US-Thor #337-382) auf Deutsch lesen, ist das nicht ganz einfach. Den Einstieg gab es bei Panini und Hachette (#337-343) in Marvel Exklusiv Bd. 15 und in neuer Kolorierung in der schwarzen Marvel-Sammlung als Bd. 4.
Jüngst kamen #337 und #338 nochmal als Neuübersetzung in Hachettes roter Reihe (Die Superhelden-Sammlung Bd. 83 "Beta Ray Bill") hinzu.
Mit Ausnahme von Thor #361 in der "Marvel Movie Collection" von Panini und drei weiteren Geschichten in der "Thor Anthologie" (#362, 366 und 380) erschienen Walt Simonsons andere Thor-Arbeiten bislang nur im Condor Verlag. Ansprechende Titelbilder gab es dort nicht wirklich, auch wenn zwei Illustrationen für die Thor-Taschenbücher verwendet wurden. Für den Zweitheld in den Spinne-Heften war dafür kein Platz. Und für Marvel Comic-Sonderheft Nr. 24 musste ein altes US-Cover von Jack Kirby von 1970 herhalten, das so gar nicht zum Inhalt passte.
Um Thors Walt Simonson-Run in chronologischer Reihenfolge zu lesen, findet man...
Thor #337-342 in:
- Spinne Nr. 116-120, 122
Thor #343-382 in:
- Spinne Taschenbuch Nr. 26
- Spinne Nr. 125
- Marvel Comic-Sonderheft Nr. 24
- Spinne Nr. 126-127
- Rächer Taschenbuch Nr. 12
- Spinne Nr. 128-130
- Spinne Nr. 137
- Thor Taschenbuch Nr. 1-5
Thor #356 (in Spinne Nr. 137) und Thor #370 (in Thor Taschenbuch Nr. 1) stammen nicht von Walt Simonson, gehören für mich aber trotzdem dazu, zumal Marvel das auf dem Cover der #356 Thors Gegner Hercules lustig in den Mund legt.
*das oben gezeigte Cover mit dem zerstörten Condor-Schriftzug ist ein Fake und soll gleichzeitig ein Tribut an den Verlag sein, der die Marvel-Leser fast zwei Jahrzehnte lang auf Trab hielt.
Da Fake-Cover einfach Spaß machen, kommen hier noch welche, wie sie nie bei Condor und Co. erschienen sind.
Jüngst kamen #337 und #338 nochmal als Neuübersetzung in Hachettes roter Reihe (Die Superhelden-Sammlung Bd. 83 "Beta Ray Bill") hinzu.
Mit Ausnahme von Thor #361 in der "Marvel Movie Collection" von Panini und drei weiteren Geschichten in der "Thor Anthologie" (#362, 366 und 380) erschienen Walt Simonsons andere Thor-Arbeiten bislang nur im Condor Verlag. Ansprechende Titelbilder gab es dort nicht wirklich, auch wenn zwei Illustrationen für die Thor-Taschenbücher verwendet wurden. Für den Zweitheld in den Spinne-Heften war dafür kein Platz. Und für Marvel Comic-Sonderheft Nr. 24 musste ein altes US-Cover von Jack Kirby von 1970 herhalten, das so gar nicht zum Inhalt passte.
Um Thors Walt Simonson-Run in chronologischer Reihenfolge zu lesen, findet man...
Thor #337-342 in:
- Spinne Nr. 116-120, 122
Thor #343-382 in:
- Spinne Taschenbuch Nr. 26
- Spinne Nr. 125
- Marvel Comic-Sonderheft Nr. 24
- Spinne Nr. 126-127
- Rächer Taschenbuch Nr. 12
- Spinne Nr. 128-130
- Spinne Nr. 137
- Thor Taschenbuch Nr. 1-5
Thor #356 (in Spinne Nr. 137) und Thor #370 (in Thor Taschenbuch Nr. 1) stammen nicht von Walt Simonson, gehören für mich aber trotzdem dazu, zumal Marvel das auf dem Cover der #356 Thors Gegner Hercules lustig in den Mund legt.
*das oben gezeigte Cover mit dem zerstörten Condor-Schriftzug ist ein Fake und soll gleichzeitig ein Tribut an den Verlag sein, der die Marvel-Leser fast zwei Jahrzehnte lang auf Trab hielt.
Da Fake-Cover einfach Spaß machen, kommen hier noch welche, wie sie nie bei Condor und Co. erschienen sind.
Dienstag, 24. März 2020
More THOR (Williams Style-Fakes)
Durch Computer-Lettering geht Einiges vom Flair der Originale verloren. Der Williams-Verlag betrieb seinerzeit viel Aufwand und engagierte begabte Leute, die Sprechblasen und Titel im Stil der US-Marvel Comics gestalteten. Nur wenige Verlage, wie etwa Carlsen, machten Ähnliches. Ehapa und der Dino Verlag sprangen zwar auf den Zug auf, schienen aber am falschen Fleck zu sparen, denn man kann Comics durch schlechtes Lettering auch verhunzen. Natürlich war auch der Williams Verlag nicht perfekt. Vor allem während der ersten beiden Jahre gab es manchen unschönen Ausreißer.
Doch, was wäre, wenn die THOR-Hefte nach Die Spinne Nr. 137 als Einzelhefte bei Williams erschienen wären? Rosa Signet, kein Comics Code-Symbol, fortlaufende Nummerierung und handgeletterte Texte und Titel. Sämtliche verwendeten Buchstaben für die Fakes stammen von Williams-Heften (oder den US-Originalen) und wurden im Bedarfsfall entsprechend angepasst, um dem Ganzen mehr Leben einzuhauchen als es bei Panini und Hachette der Fall ist.
Die Fake-Cover nach THOR Nr. 33:
Mittwoch, 18. März 2020
What If...!
Was wäre wenn... die drei farbigen THOR-Hit Comics von Stan Lee und Jack Kirby bei Williams erschienen wären? Williams hatte in Thor Nr. 2-33 die US-Ausgaben Journey Into Mystery #84 bis Thor #149 am Stück veröffentlicht. Nach den ersten 11 Seiten von Thor #150 sprang Panini bis Thor #157 (Die Spinne - Das fehlende Jahr) ein. Chronologisch würden an dieser Stelle Williams Thor Nr. 1 und Condors Marvel Comic Sonderheft Nr. 1 folgen. Danach noch Hit Comics Nr. 131 und 147 (US #160-162) mit schwarzweißem Inhalt. Zum Großteil gibt es inzwischen auch Alternativen von Panini und Hachette (Marvel Klassiker, Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung Classic XIII, Stan Lee Marvel Treasury Edition und Thor - der lebende Planet). Der Inhalt von Hit Comics Thor Nr. 204-206 (US-Thor #163-165) wurde jedoch nie wieder auf Deutsch aufgelegt. Danach hinterließ der bsv eine Lücke von 23 US-Ausgaben, von denen Condor und Panini jeweils nur einen Bruchteil auf Deutsch veröffentlichten.
Hier also die Pseudo-Cover im Williams-Design:
Noch ein kleiner Nachtrag...
Der Condor Verlag hat u.a. Thor #167 in Spinne Nr. 13-14 als Zusatzstory gebracht. Das Covermotiv diente für die Einleitung in die Fortsetzung, war aber nicht wirklich schön und beim Großteil der Auflage auch schlecht gedruckt mit irgendwelchen Schmierern der Druckfarben. Thor #166 erschien leider bislang nicht auf Deutsch. Hier nun das Cover (#167) zur Condor-Geschichte im Williams-Design.
Hier also die Pseudo-Cover im Williams-Design:
Noch ein kleiner Nachtrag...
Der Condor Verlag hat u.a. Thor #167 in Spinne Nr. 13-14 als Zusatzstory gebracht. Das Covermotiv diente für die Einleitung in die Fortsetzung, war aber nicht wirklich schön und beim Großteil der Auflage auch schlecht gedruckt mit irgendwelchen Schmierern der Druckfarben. Thor #166 erschien leider bislang nicht auf Deutsch. Hier nun das Cover (#167) zur Condor-Geschichte im Williams-Design.
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