Freitag, 5. Februar 2016

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung (80) Classic Band II

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung
Band II
Thor - Geschichten aus Asgard

Endlich, Hachette macht das möglich, was Panini in den letzten zwanzig Jahren allein nicht geschafft hat: die kompletten klassischen "Tales Of Asgard" aus der Feder von Stan Lee und Jack Kirby in einem Band in deutscher Sprache zu veröffentlichen.

Bislang war es für die deutschen Leser, Sammler und Fans mühsam, sich durch sämtliche Formate vom HULK-Taschenbuch, bsv-HIT COMICS- oder DIE SPINNE-Williams-Heft, den überformatigen MARVEL COMIC-STARS-Heften bis zu den FANTASTISCHEN VIER- und CONAN-Alben durchzuwühlen und zurechtzufinden. Während manche der 5seitigen Geschichten mehrfach in unterschiedlichen Formaten, unterschiedlicher Übersetzung und Farbgebung abgedruckt wurden, erschienen andere nie oder nur unvollständig. Von den insgesamt 245 Comicseiten fehlten bis vor kurzem noch 43.

Mit dem vorliegenden Band II der "Offiziellen Marvel-Comic-Sammlung" scheint dieses Manko abgestellt. Denn dieser enthält sämtliche "Tales Of Asgard" aus Journey Into Mystery # 97 bis einschließlich Thor # 145 und damit den kompletten Run der klassischen Zusatzserie aus den US-THOR-Heften. Eigentlich ein Fest für jeden Liebhaber und Fan, denkt man.

Streitpunkt ist die Bearbeitung durch Kolorist Matt Milla, welcher für die Farbgebung des 2010 in den USA erschienenen Hardcover-Originalbands bzw. der sechs Nummern umfassenden Heftserie von 2009 zuständig war. Milla hat die Zeichnungen nach heutigen Superhelden-Comic-Maßstäben bearbeitet. Schatten, Lichtreflexe, Unschärfen, Transparenzen und Texturen präsentieren die Storys völlig anders als bisher. Dies wirkt einerseits beeindruckend, andererseits wurden die 1960er Jahre-Zeichnungen dafür nicht angelegt. Während das beim 70er Jahre-Conan von Barry Windsor-Smith (CONAN Chronicles bzw. "Die Abenteuer von Conan"-Hardcover) durchaus eine optische Verbesserung darstellt, scheiden sich bei Kirby die Geister.

Insbesondere die Hauttöne wirken übertrieben unnatürlich. Ein Fan geht deshalb tatsächlich so weit, zu sagen: "In dieser entstellenden Kolorierung betrachte ich die original 'Tales of Asgard' weiterhin als nicht erschienen".  Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht. Man kann jedoch sehen, dass die Reproduktion des mittlerweile ein halbes Jahrhundert alten Materials nicht ganz einfach ist. Die von Vince Colletta getuschten Seiten und das Original-Lettering von Artie Simek sind im US-Hardcover teilweise sehr krakelig wiedergegeben. Dies dürfte an den unterschiedlichen Quellen (O-Ton Marvel USA: "the best sources available") gepaart mit unzureichender grafischer Bearbeitung durch automatische Programmeinstellungen liegen.

Ob es besser gewesen wäre, auf die "platte" Kolorierung aus den "Marvel Masterworks" zurückzugreifen, ist allerdings fraglich. Diese ist zwar näher am Original, doch die Farben sind auf heutigem Kunstdruckpapier einfach zu grell. Und Vince Collettas Tuschelinien sind noch dünner. Etwas unpassend ist auch das THOR-Cover von Olivier Coipel, Mark Morales und Laura Martin. Für den deutschen Umschlag hätte sich das US-Variant mit dem Motiv des ersten gesammelten "Tales Of Asgard"-Hefts vom Oktober 1968 aus der Feder von Jack Kirby angeboten, das im Innenteil abgedruckt wurde.

Ein Fazit zu ziehen ist schwierig. Einerseits bin ich froh, dass dieses Highlight aus der klassischen Marvel-Ära überhaupt erschienen und endlich an einem Stück auf Deutsch lesbar ist. Andererseits verschwindet das, was Jack Kirbys Zeichnungen ausmacht, hinter der Farbgebung. Wenn Marvel behauptet, die besten Quellen zugrunde gelegt zu haben, bezieht sich das leider immer nur auf die in den USA verfügbaren. Es existieren zum Teil deutlich bessere Reproduktionen der Zeichnungen in Deutschland, Holland, Italien und Kanada, die man hätte nehmen können. Wie dem auch sei, für mich ist mit diesem Band ein Wunschtraum zumindest teilweise in Erfüllung gegangen.

Mehr Info zu "Tales Of Asgard" in Das sagte Nuff! Nr. 4 (Checkliste bzw. Lesereihenfolge), 10 (Kanada) und 11 ("Tal von Asgard" beim bsv und vertauschte/fehlende Seiten bei Condor).

Samstag, 24. Oktober 2015

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung (72) Band IV

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung
Band IV
Fantastic Four - Galactus

Nach fast fünfzig Jahren bringt Hachette ein Buch mit einem Heft der Fantastischen Vier im Inhalt, das seit den 1960er Jahren nicht mehr nachgedruckt wurde. Der Williams Verlag hatte eine Dekade später eine Lücke hinterlassen, die nie zur kompletten Zufriedenheit der Leser geschlossen werden konnte. Fantastic Four # 44 gab es vollständig auf Deutsch bislang nur als Hit Comics Nr. 4 aus dem Jahr 1966. Von daher mit einem Sammlerpreis von ca. 150 EUR nicht ganz billig und relativ schwer aufzutreiben. Auch die Übersetzungsleistung dieser Schwarzweiß-Ausgabe hielt sich in Grenzen.

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung Band IV erschien leider etwas zu kurz nach Paninis "Marvel Klassiker Fantastic Four", so dass es zu einigen Überschneidungen des Inhalts kommt. Für den klassischen Leser sind vor allem FF # 44 und FF Annual # 3 im Hachette-Band von Bedeutung, da diese nicht durch den Williams Verlag veröffentlicht wurden. Die Stories von Stan Lee und Jack Kirby zählen zu den besten, die dieses Duo hervorgebracht hat. Sowohl die Galactus-Trilogie (FF # 48-50) mit dem ersten Auftreten des Silver Surfers als auch die Hochzeit von Reed Richards und Sue Storm sind absolute Highlights. Dazu gibt es noch ein bisschen Inhumans und eine geniale Story um das Ding alias Ben Grimm (FF # 51). Der Preis dieser Edition mit knapp 1,45 EUR je Originalheft ist nicht zu toppen.

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung (73) Band VII

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung
Band VII
Iron Man - Triumph und Tragödie

"I am Iron Man!"
… sowohl Ozzy Osbourne von Black Sabbath als auch Robert Downey jr. behaupteten das in der Vergangenheit. Seit den Marvel-Verfilmungen der letzten Jahre ist der Held in aller Munde. Seine ursprünglichen Comic-Abenteuer hingegen waren, zumindest hierzulande, weit weniger erfolgreich. In den 1960er Jahren verfrachtete der Bildschriftenverlag (bsv) ihn als "Erzkämpfer" und "Eisenmann" zunächst auf die hinteren Seiten seiner schwarzweißen "Hit Comics", wo er später noch zwei eigene Nummern, sowie eine kurzlebige, zwei farbige Hefte umfassende Serie bekommen sollte. Erst der Williams Verlag veröffentlichte in den Jahren 1975-76 Iron Mans frühe Abenteuer chronologisch in einer eigenen Heftreihe. Diese wurde in den Heften der Rächer (Avengers) fortgesetzt. Dadurch konnte die Leserschaft knapp fünfzig Geschichten des Eisernen am Stück lesen.

Hachette bringt mit Band VII der Classics von "Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung" fünfzehn frühe Iron Man-Stories, die es vorher noch nie auf Deutsch gab. Dadurch werden die Lücken in der Chronologie zwar nicht vollständig geschlossen, jedoch erheblich kleiner. Der Hardcover-Band setzt mit Tales Of Suspense # 91 fünf Originalhefte nach dem letzten Rächer-Heft von Williams ein. Ein besonderes Highlight ist das Sonderheft "Iron Man and Sub-Mariner", welches in den USA zwischen dem letzten Tales Of Supense und dem ersten eigenen Iron Man-Heft erschien. Denn der Handlungsbogen findet dort seine Fortsetzung. Im Anschluss folgen die ersten vier Ausgaben von Iron Mans eigener Serie. Und auch damit schmälert sich die Lücke in der deutschen Produktion, da der bsv seinerzeit Iron Man # 10-14 und 17 abdruckte.

Für jeden Fan des klassischen Eisernen wird "Iron Man - Triumph und Tragödie" dadurch quasi zum Pflichtkauf. Gene Colans Zeichnungen wissen auch heute noch zu beeindrucken. Er und Autor Stan Lee übergaben das Zepter schließlich an Archie Goodwin und Johnny Craig, die für die letzten paar Nummern in diesem Hachette-Band verantwortlich zeichneten.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung (39) Band 4

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung
Band 4
Thor - Der letzte Wikinger

Als Anfang/Mitte der 1980er Jahre der Thor-Hype um Walt Simonson einsetzte, konnte ich das nicht nachvollziehen. Die Zeichnungen waren weit entfernt von dem, was Jack Kirby seinerzeit geprägt hatte. Der Condor Verlag brachte seine Version zwar relativ zeitnah heraus, aber wie so oft, quer durch alle Titel und Formate. Angefangen vom Spider-Man/Die Spinne-Heft über die Rächer- und Spinne-Taschenbücher bis zum Marvel-Comic-Sonderheft. So machte Thor-Lesen keinen Spaß. Etwas besser wurde es, als Panini im Jahr 1999 die Geschichten zusammenhängend in Marvel Exklusiv Nr. 15 als Paperback erneut veröffentlichte. Doch auch diese Ausgabe geriet bei mir schnell in Vergessenheit…

Ganz anders die Hachette-Version innerhalb der Hardcover-Reihe "Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung". Neu überarbeitet in brillanten Farben und erstmals eines Donnergotts würdig. Wow! Der Band enthält, wie schon Marvel Exklusiv Nr. 15, die zwölf Originalausgaben von Thor 337 bis 343 in deutscher Übersetzung. Hier ist das Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar. Einziges Manko ist die fehlende Fortsetzung. Denn der geneigte Leser muss sich wieder durch Condor-Taschenbücher und -Hefte wühlen. Dennoch ist und bleibt "Thor - Der letzte Wikinger" einer meiner Lieblingsbände innerhalb der Hachette-Reihe und kann wärmstens empfohlen werden. Walt Simonson erweist sich als toller Geschichtenerzähler und weiß dies auch zeichnerisch gelungen umzusetzen. Ganz großes Kino!

Im Nuff-Forum schrieb Michi Diers am 22. Juni 2014 dazu:
"Diese Story kannte ich bereits aus einem Marvel Exklusiv-Band und teilweise aus den Zweitgeschichten des Spinne-Magazins vom Condor Verlag. Bei dieser neuen Ausgabe von Hachette wurde die Kolorierung aufwändig überarbeitet. So ist diese Story heute - trotz ihres Alters von gut 30 Jahren - modern und ebenso packend wie bei ihrer Entstehung in den 1980er Jahren."

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung (67) Band XIX

Die Offizielle Marvel-Comic-Sammlung
Band XIX
Spider-Man - Der Tod der Stacys

Einschneidende Erlebnisse im Leben von Peter Parker alias Spider-Man warfen Anfang der 1970er Jahre düstere Schatten über die Comicwelt. Zuerst wird der Vater von Peters Dauerfreundin Gwen Stacy unter einem Haufen herabstürzender Ziegel begraben, während der Spinnenmann mit seinem Widersacher Doc Ock kämpft. Sein Zimmergenosse Harry Osborn hingegen hangelt sich von einem LSD-Trip zum nächsten. Bis dessen Vater schließlich für den Tod von Gwen Stacy verantwortlich zeichnet. Norman Osborn alias der Grüne Kobold will sich an Spidey rächen und entführt kurzerhand dessen Freundin.

Damals starben Comic-Charaktere nicht so einfach wie heute. Stan Lee, Gerry Conway, Gil Kane und John Romita sr. mussten dafür viel Schelte einstecken. Auch wenn einzelne Ausgaben mittlerweile zwischen drei und sechs Mal auf Deutsch erschienen sind, haben die Seiten immer noch das klassische Flair mit spannenden Stories und tollen Bildern. Spider-Man at his best, verpackt in schönem Hardcover mit Hintergrundinfos von Marco M. Lupoi und Gerry Conway. Ein absolutes Muss für all diejenigen, die die Williams-Spinne oder Paninis Spider-Man komplett nicht haben - oder die Geschichten einfach wieder einmal lesen wollen. Sieben Originalhefte (Amazing Spider-Man # 88-92 und 121-122) im absolut genialen Preis-Leistungsverhältnis verpflichten quasi zum Kauf.

Im Nuff-Forum schrieb Michi Diers am 27. Juli 2015 dazu:
"Ich habe die Spider-Man Ausgaben um den Tod von Captain Stacy und seiner Tochter Gwen über die vergangenen Jahrzehnte schon mehrfach gelesen, jedoch bekomme ich noch immer eine Gänsehaut, wenn das Unausweichliche dann geschieht. Sieben ganz besondere Ausgaben des Netzschwingers, bei denen nur die Nummern # 88 und 89 wegen der viel zu langen Kampfszenen mit Doc Ock einige Hänger haben."

Sonntag, 30. August 2015

MARVEL KLASSIKER

Marvel Klassiker - Avengers
Ultron macht's möglich! In den letzten Jahren war klassischer Marvel-Stoff hierzulande rar gesät. Ambitionierte Projekte wie die MARVEL KLASSIK-Hardcover, SPIDER-MAN KOMPLETT, X-MEN ARCHIV und MARVEL HISTORY laufen schon lange nicht mehr und selbst die Messe-Specials von THOR (Thor und der lebende Planet), X-MEN (X-Menschen Nr. 221, Neal Adams-Hardcover, Jim Steranko-Hardcover), der KREE/SKRULL-KRIEG und DIE ABENTEUER VON CONAN liegen schon Jahre zurück. Umso mehr freut sich der Fan, wenn mal wieder etwas neues Altes mit Suchtpotenzial erscheint.

Nach Abschluss der 60 Hardcover-Bände der OFFIZELLEN MARVEL-SAMMLUNG von Hachette (in Zusammenarbeit mit Panini), sind weitere 60 Nummern angekündigt, von denen 40 Klassiker sind, die aus der Zeit davor stammen und mit einer römischen Nummerierung von I-XL versehen sein werden. Eine Handvoll davon sind bereits erhältlich. Und Panini lässt nicht locker. Parallel zum dritten AVENGERS-Kinospektakel erschien bei Hachette "Die Geburt von Ultron" mit Avengers # 54-60 und Avengers Annual # 2 im Inhalt. Gleichzeitig bringt Panini mit MARVEL KLASSIKER - AVENGERS eine Art "Best Of"-Zusammenstellung aus den ersten 100 US-Heften.

Los geht's mit der Gründung des ersten RÄCHER-Teams (Avengers # 1) bestehend aus Thor, Iron Man, Ant-Man, Wasp und dem Hulk. Danach holt man Captain America aus dem Eis (Avengers # 4), der schließlich das neue Team leitet (Avengers # 16). Wichtige Charaktere aus dem aktuellen Kinofilm feiern hier ihren Einstand, z.B. Hawkeye, Scarlet Witch und Quicksilver. Es folgen der Android Vision und Black Panther (Avengers # 57-58) und Ultron-5 taucht ebenfalls erstmals auf. In Avengers # 66-68 stehen ihm die Rächer erneut gegenüber. Mit Avengers # 100 schließt der Panini-Band ab.

Zwar bringt MARVEL-KLASSIKER AVENGERS nichts wirklich Neues, zumindest nicht, wenn man Williams RÄCHER komplett zuhause hat, dennoch macht es Spaß, die alten Geschichten zu lesen und wieder zu entdecken. Und auch der Preis von 19,99 EUR für das Softcover mit über 200 Seiten ist fair. Das sind im Schnitt kaum mehr als 2,22 EUR pro Abenteuer. Dasselbe als Williams-Paket in sehr gutem Zustand würde um die 140 EUR kosten. Von daher absolute Kaufempfehlung!


MARVEL KLASSIKER - Fantastic Four
Noch dicker als der Avengers-Band ist Paninis zweiter MARVEL-KLASSIKER-Streich. Zwölf FF-Stories auf über 280 Seiten. Wie schon bei den Avengers schließen kurze Erklärtexte die Lücken zwischen den ausgewählten abgedruckten Abenteuern des Teams um Anführer Reed Richards. Nach der Erstausgabe erhalten die FF ihre blauen Kostüme (Fantastic Four # 3) und technisches Gerät wie das fliegende Fantasti-Car. Dr. Doom taucht erstmals auf und schickt das Team in die Vergangenheit auf ein Piratenschiff. Diese Story erschien (leider) nie bei Williams. Genauso wie das dritte FF Annual aus dem Jahr 1965 und ist damit eine deutsche Erstveröffentlichung durch Panini. Ein absolutes Muss ist die Galactus Trilogie (FF # 48-50). Zwar ist das nun bereits die vierte deutsche Version, dafür aber nicht in der falschen Reihenfolge, mit nachgezeichneten Titelbildern oder im Kleinformat. Das Highlight schlechthin! Das gilt auch für das anschließende "Dieser Mann… dieses Monster!" aus Fantastic Four # 51. Dr. Doom und die Inhumans (FF # 57-60) runden das Ganze schließlich ab.

Die 24,99 EUR für das Panini-Softcover sind garantiert nicht fehlinvestiert. Denn selbst als Williams-Komplettist fehlen einem zwei Stories. Gut, eine davon erschien mal in einem Condor-Taschenbuch und später in Paninis Hardcover-Reihe MARVEL KLASSIK, aber die Hochzeit von Reed Richards und Sue Storm mit einem Riesenaufgebot an Gaststars (die X-Men, Daredevil, Mole Man, Puppet Master, Tony Stark alias Iron Man, Red Ghost, der Mandarin, Dr. Strange, Spider-Man, Rächer, der Beobachter, Nick Fury u.v.a.) gab es bislang nicht auf Deutsch. Mit knappen 2,09 EUR pro FF-Abenteuer kann niemand meckern. Value for money! Und die alten Klassiker machen beim Lesen einfach Spaß. Da darf Panini gerne weiter nachlegen.

Dienstag, 15. Mai 2012

FADEN VERLOREN?

Der Wahnsinn - das Buch zum Thread…

Im Februar 2008 begann Michael Diers damit sich durch alle 259 Hefte der SPIDER-MAN Serie des Condor Verlags zu lesen. Bereits bei den ersten Ausgaben stieß er dabei auf alle möglichen Irrungen und Wirrungen. Von falschen Impressumsangaben, fehlenden oder vertauschten Seiten, unterschiedlichen US-Spider-Man Serien als Quellmaterial, veränderte oder zensierte Titelbilder und vieles mehr. Dazu kamen noch die Nummernunterschiede der ersten und zweiten Auflage. Angeregt durch das NUFF-Forum präsentierte Michi seine Erkenntnisse dem Internetpublikum. Mit kurzen prägnanten Inhaltsangaben und eigenen Anmerkungen, teils lustiger und auf alle Fälle ehrlicher Kritik lieferte er quasi den "Beipackzettel" zu jedem einzelnen Heft.

http://www.comicguide.net/showthread.php?t=20848

Daraus ist nun das erste von zwei Büchern entstanden. Eine lesenswerte Sache für jeden, der sich für SPIDER-MAN und dessen deutsche Vergangenheit interessiert. Hunderte farbige Abbildungen unterstützen dabei die textliche Komponente. Als Bonus-Material gibt es ein Exklusivinterview mit Coverzeichner Claus D. Scholz und die Besprechung dreier von Condor innerhalb der AMAZING SPIDER-MAN Reihe (zunächst) ausgelassener Hefte. Zwei davon erschienen später als Sonderhefte. Diese waren mit dem Punisher und wurden damals aus Brutalitätsgründen vermieden. Ein anderes erschien erst Jahre später als Sonderheft bei Panini.

Mir persönlich gefällt das vorliegende erste Buch sehr und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Eine lesenswerte Sache und die Odyssee eines geplagten SPIDER-MAN Fans, der sich mehr als vier Jahre lang den Qualen seiner Condor-Sammlung hingab. Meine wärmste Empfehlung und dreimal Daumen hoch!

Zu bestellen ist das Teil über:
www.comicmarktplatz.de